Gericht bestimmt neuen Anwalt für Ruben Vardanyan VIDEO
Baku, 28. Oktober, AZERTAC
Der Strafprozess gegen den armenischen Staatsbürger Ruben Vardanyan, dem unter anderem Terrorismus, Folter, Söldnertätigkeit und Terrorismusfinanzierung gemäß dem Strafgesetzbuch der Republik Aserbaidschan vorgeworfen wird, wurde am 28. Oktober fortgesetzt.
Die Gerichtsverhandlungen fanden unter Vorsitz von Richter Zeynal Aghayev am Militärgericht von Baku statt. Dem Richterkollegium gehörten außerdem Jamal Ramazanov und Anar Rzayev an. Günel Samadova fungierte als Ersatzrichterin. Der beschuldigten Person wurde ein Dolmetscher für seine Muttersprache Russisch zur Verfügung gestellt.
Richter Zeynal Aghayev erklärte, dass der Angeklagte Ruben Vardanyan in der vorherigen Sitzung beim Gericht einen Antrag eingereicht habe, in dem er mitteilte, dass er mit dem bisherigen Verfahren insgesamt unzufrieden sei und deshalb auf seinen bisherigen Anwalt verzichte. Vardanyan habe außerdem angegeben, keinen Vertrag mit einem anderen Anwalt zu haben und keine Einwände dagegen, dass ihm ein vom Staat bestellter Verteidiger zur Seite gestellt werde. Infolgedessen akzeptierte das Gericht den Verzicht Vardanyans auf seinen Verteidiger Avraam Berman und leitete eine Entscheidung an die Anwaltskammer der Republik Aserbaidschan weiter, um einen staatlich finanzierten Anwalt zu bestellen.
Aufgrund dieser Entscheidung wurde Emil Babischov, Mitglied der Anwaltskammer der Republik Aserbaidschan, als neuer Verteidiger bestellt, der den Angeklagten während der Verhandlungen vertreten wird.
Vardanyan erhob keine Einwände gegen die Bestellung seines neuen Anwalts, und auch die übrigen Teilnehmer des Prozesses äußerten keine Einwände. Richter Zeynal Aghayev stellte den neu bestellten Anwalt Emil Babischov dem Gericht vor, gegen was der Verteidiger keine Einwände hatte.
Der vorsitzende Richter erklärte, dass dem Anwalt zusätzliche Zeit eingeräumt werde, um die Fallunterlagen zu prüfen, und dass Möglichkeiten für ein vertrauliches Treffen mit dem Mandanten geschaffen würden.
Die nächste Gerichtssitzung ist für den 4. November angesetzt.
Dem armenischen Staatsbürger Ruben Vardanyan werden zahlreiche schwere Verbrechen vorgeworfen, darunter Kriegsverbrechen, Terrorismus und vorsätzliche Tötung. Zu den zentralen Anklagepunkten gehören die Planung und Durchführung eines Angriffskrieges, Zwangsumsiedlung und Verfolgung von Zivilisten, Entführung und Freiheitsberaubung sowie Folter und Söldnertätigkeit. Darüber hinaus wird ihm die vorsätzliche Tötung in mehreren Fällen sowie versuchter Mord vorgeworfen. Weitere Anklagen betreffen illegale wirtschaftliche Aktivitäten, Terrorismus und dessen Finanzierung, Gründung krimineller und bewaffneter Gruppen sowie illegale Waffen- und Sprengstofflagerung. Auch das Überqueren der aserbaidschanischen Grenze ohne Genehmigung und Handlungen, die die Luftsicherheit gefährden, gehören zu den Vorwürfen.