WELT


Ägypterin, die vor ihrer Behandlung rund 500 Kilogramm wog, ist tot

Baku, 25. September, AZERTAC

Eman Ahmed Abd al-Ati ist tot. Die 37-jährige Ägypterin starb in den frühen Morgenstunden im Burjeel-Krankenhaus in Abu Dhabi. Die als angeblich schwerste Frau der Welt bekannt gewordene Patientin soll sich während einer Behandlung eine Blutvergiftung zugezogen haben. Sie starb an Herz- und Nierenversagen, wie das Spital mitteilte.

Die behandelnden Ärzte zeigten sich schockiert darüber, dass sich der Gesundheitszustand der Patientin innerhalb weniger Tage so rapide verschlechtert hatte, dass sie kurz darauf starb. "Das gesamte Team ist bestürzt und sehr enttäuscht", sagte der medizinische Direktor der Klinik, Nabil Debouni. Mehr als 20 Ärzte hatten sich um die Frau gekümmert, seit sie im Mai aus einer indischen Klinik dorthin verlegt worden war.

Abd al-Ati hatte ihre Wohnung in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria mehr als zwei Jahrzehnte lang nicht verlassen. Weil sie zu diesem Zeitpunkt etwa 500 Kilo wog, musste sie mit einem Spezialflugzeug nach Indien gebracht werden, wo sie gegen ihre Fettleibigkeit behandelt werden sollte.

In Mumbai vahm sie durch eine Diät zunächst 100 Kilo und bekam dann einen Magenbypass gelegt. Insgesamt soll sie laut Angaben der Ärzte in nur drei Monaten 323 Kilo abgespeckt haben. Ihre Familie beschuldigte die Klinik allerdings, Eman Ahmed Abdel Aty für Eigenwerbung missbraucht und beim Gewichtsverlust übertrieben zu haben. Die Verwandtschaft hatte daraufhin beschlossen, die Frau in das Krankenhaus nach Abu Dhabi zu bringen.

Über den Ursprung der Fettleibigkeit bei Abd al-Ati gibt es verschiedene Angaben: Die Familie erklärte, als Kind sei bei ihr Elefantiasis diagnostiziert worden. Bei dieser Krankheit sorgt ein Lymphstau für ein Anschwellen der Körperteile. Später habe die Ägypterin mehrere Schlaganfälle erlitten und sei dann bettlägerig geworden.

Lokalzeitungen berichteten, das immense Gewicht der jetzt verstorbenen Patientin sei auf eine Schilddrüsenerkrankung zurückzuführen gewesen, die ihren Stoffwechsel durcheinandergebracht habe. Das extreme Übergewicht habe zu Organschäden an Herz, Nieren und Lungen und damit schließlich zum Tode geführt.

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