WELT


Chinesische Exporte in die USA stark gestiegen

Baku, 8. August, AZERTAC

Trotz des Zollstreits mit den USA sind die chinesischen Exporte im Juli überraschend stark gestiegen. In Dollar gerechnet betrug der Zuwachs 12,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie aus Daten des Zolls hervorging. Demnach betrugen die weltweiten Ausfuhren 212,57 Milliarden Dollar. Die Einfuhren legten um 27,3 Prozent auf 187,52 Milliarden Dollar zu. Experten hatten bei den Exporten mit einem Plus von zehn Prozent, bei den Importen mit einem Zuwachs von 16,2 Prozent gerechnet.

Auch im Handel mit den USA gab es keinen Einbruch. Chinas Exporte in die USA legten demnach im Vergleich zum Juli des Vorjahres um 11,2 Prozent auf 41,5 Milliarden US-Dollar zu. Die Importe aus den USA stiegen um rund 11,1 Prozent auf 13,4 Milliarden US-Dollar. Beobachter führten die weiterhin starken Handelsaktivitäten zwischen den beiden größten Volkswirtschaften auch darauf zurück, dass Unternehmen in beiden Ländern noch möglichst viele Geschäfte abwickeln wollten, bevor der Handelsstreit weiter eskalieren könnte.

Erst am Dienstag hatten die USA weitere Zölle auf chinesische Importe im Wert von 16 Milliarden Dollar angekündigt. Sie sollen am 23. August in Kraft treten. US-Präsident Donald Trump hat zudem damit gedroht, zusätzlich Waren aus China im Wert von 200 Milliarden Dollar mit Strafen belegen zu wollen. Eine entsprechende Liste soll am 5. September vorgelegt werden. Die ersten beidseitigen Strafzölle zwischen den USA und China auf Waren im Wert von jeweils etwa 34 Milliarden US-Dollar traten am 6. Juli in Kraft. US-Präsident Trump kritisiert den hohen Überschuss Chinas im Handel mit den USA, der sich den neuesten Daten zufolge jedoch auch im Juli kaum verringerte.

Der Handelsüberschuss der Volksrepublik mit den USA ging im Juli nur leicht zurück. Er lag bei 28,1 Milliarden Dollar, im Juni waren es 28,97 Milliarden Dollar.

Chinesische Staatszeitungen veröffentlichen Anti-Zoll-Kommentar - Gestützt wurde der chinesische Handel seit Jahresbeginn durch eine nachhaltend gute Nachfrage aus dem In- und Ausland. Allerdings fürchten Investoren, dass der Kurs von US-Präsident Trump globale Lieferketten zerstört und langfristig zu weniger Wachstum und Investitionen führt.

Chinas größte Staatszeitungen haben in einem Kommentar auf ihren Titelseiten die von US-Präsident Trump verhängten Zölle kritisiert. Die Weltwirtschaft sei vernetzt und niemand könne sich isolieren, hieß es im Text der Nachrichtenagentur Xinhua, der am Mittwoch in den Blättern unter der Überschrift "Deklaration" veröffentlicht wurde. Dem würden sich "gewisse Leute zu ihrem persönlichen Nutzen" widersetzen. So werde "mutwillig das Hindernis der Zölle erhöht" und "überall der Stab der Hegemonie erhoben". Zwar möge dies eine kurze Freude bringen. Allerdings erschwere es etwa die Beseitigung wirtschaftlicher Ungleichgewichte und die Lösung "anderer, tiefverwurzelter Probleme".

Der Kommentar fiel vom Ton milder aus als die persönlichen Angriffe gegen Trump in den staatlichen Medien der vergangenen Tage - er wurde in dem neuen Kommentar namentlich nicht genannt.

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