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Formel-1: Aerodynamik-Regelnovelle für Saison 2019

Baku, 5. November, AZERTAC

Im Formel-1-Paddock macht sich Skepsis breit, ob die Aerodynamik-Regelnovelle für die Saison 2019 die gewünschte Verbesserung der Überholmöglichkeiten mit sich bringt.

Anlass für die Bedenken ist die Tatsache, dass vereinfachte, aber viel breitere Frontflügel dazu einladen könnten, den Luftstrom noch stärker um die Vorderräder herum nach außen zu führen - und damit für mehr Turbulenzen im Korridor hinter dem Fahrzeug zu sorgen. Gift für ein anderes Auto, das dicht auffährt.

Im Gespräch mit "auto motor und sport" scheut sich Red-Bull-Berater Helmut Marko davor, sich von einem Positivbeispiel Mut machen zu lassen. "IndyCar ist mit der Formel 1 wegen des Einheitschassis nicht zu vergleichen", sagt er mit Blick auf die US-Serie, die zuletzt durch eine Vereinfachung der Aerodynamik spannender wurde. Sobald individuelle Lösungen wie in der Formel 1 ins Spiel kämen, sei es unheimlich schwierig, ein Problem über das Reglement nachhaltig zu lösen.

Auch bei Toro Rosso haben die Ingenieure nach ersten Windkanal-Tests festgestellt, dass das Überholen nicht wesentlich einfacher werden wird. "Ich bin nicht sicher, ob die Regeländerungen den gewünschten Effekt haben", meint Teamchef Franz Tost. "Anfang kommender Saison werden die Teams das gleiche Abtriebsniveau erreicht haben, auf dem sie heute sind." Heißt im Klartext: Die FIA und Liberty Media hätten ihr Ziel, den Grip der Autos allgemein zu senken, verfehlt.

Renaults Chassischef Nick Chester schließt sich an: "Ich glaube, es wird einen kleinen Unterschied machen, aber er wird wahrscheinlich nicht groß sein. Diese Autos werden immer noch viele Verwirbelungen verursachen." Er hofft allerdings, dass mit einer noch umfassenderen Regelnovelle 2021 für mehr Action gesorgt wird.

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