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Formel 1 stellt provisorischen Kalender für 2021 vor

Baku, 12. November, AZERTAC

Die Formel 1 hat am Dienstag einen provisorischen Rennkalender für die Saison 2021 vorgelegt. Dieser umfasst wie erwartet 23 Termine zwischen März und Dezember und mit Zandvoort (Niederlande) und Dschidda (Saudi-Arabien) zwei neue Strecken. Der Termin des vierten Saisonrennens am 25. April bleibt allerdings vorerst unbenannt.

Zwar taucht dieser in der Liste auf, die jetzt noch vom FIA-Motorsport-Weltrat abgesegnet werden muss (normalerweise ein reiner Formalakt). Doch wo eigentlich Hanoi (Vietnam) stehen sollte, steht derzeit nur "TBC" ("to be confirmed").

Vietnam hätte bereits 2020 zum ersten Mal einen Grand Prix austragen sollen. Dieser musste aber wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt werden. In einer inoffiziellen Kalenderversion, die vor einigen Wochen den Teams ausgehändigt wurde, war für Vietnam noch ein 2021er-Termin vorgesehen.

Doch laut Informationen von "Motorsport-Total.com" ist das Formel-1-Wochenende in Vietnam Gegenstand von politischen Meinungsverschiedenheiten, weshalb Stand heute keine Klarheit darüber herrscht, ob es wirklich stattfinden kann. Der Termin bleibt vorerst reserviert.

Kalender 2021: Corona könnte weiterhin eine Rolle spielen

Selbst wenn Hanoi als Austragungsort nicht zur Verfügung stehen sollte, könnte die Lücke im Kalender womöglich durch eine andere Strecke gefüllt werden. Schon 2020 sind bekanntlich Austragungsorte wie der Nürburgring, Portimao oder Imola eingesprungen, die so eigentlich gar nicht vorgesehen waren.

Und dass der Formel-1-Kalender auch 2021 ein gewisses Maß an Flexibilität von allen Beteiligten erfordern wird, davon ist angesichts der steigenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus auszugehen. Gut möglich, dass die Pause zwischen dem 11. April (Shanghai/China) und 9. Mai (Barcelona/Spanien) genutzt wird, um die ersten drei Termine notfalls nach hinten zu verlegen.

Der Saisonauftakt ist Stand heute für den 21. März in Melbourne geplant. Im warmen Australien sollten die Infektionszahlen zu dem Zeitpunkt überschaubar sein. Weiter geht's nur eine Woche später in Bahrain und dann nach zwei weiteren Wochen Pause in China.

Wenn die Formel 1 am 9. Mai nach Barcelona kommt, könnte dort die "zweite Welle" über den Winter im Idealfall schon bewältigt sein, sodass Sportveranstaltungen wie ein Grand Prix wieder möglich sind. Aktuell wäre die Formel 1 angesichts der Welle neuerlicher Lockdowns für viele europäische Regierungen nur schwer zu argumentieren.

2021 kein Rennen in Deutschland geplant - Für Deutschland ist 2021 kein Formel-1-Termin reserviert. Sowohl der Nürburg- als auch der Hockenheimring hatten schon für 2020 eigentlich keinen Vertrag; das Rennen am Nürburgring ergab sich aus der Coronavirus-Pandemie. Der Kalender 2021 soll aber wieder "normaler" aussehen, und das bedeutet aktuell kein Heimrennen für Sebastian Vettel und Mick Schumacher.

Eine kleine Überraschung ist der Termin am 14. November, denn der Grand Prix von Brasilien scheint nicht wie geplant mit Rio, sondern weiterhin mit Sao Paulo als Austragungsort auf (allerdings wegen eines noch ausstehenden Vertrags mit einer Sternchen-Kennzeichnung, genau wie Barcelona).

Die Formel 1 hatte mit dem Promoter in Rio bereits einen Vertrag unterzeichnet, der vorsah, das Rennen schon 2021 auf der dann neuen Strecke auszutragen. Nach Protesten von Umweltschützern verzögert sich das neue Projekt aber. Offenbar um Zeit zu gewinnen, ist vorerst ein weiterer Grand Prix in Sao Paulo geplant.

Die Formel-1-Premiere in Dschidda findet voraussichtlich am ersten Adventsonntag 2021, also am 28. November, statt. Von Saudi-Arabien zieht der Grand-Prix-Tross dann nach Abu Dhabi weiter, wo am zweiten Adventsonntag das Saisonfinale steigen soll.

Der scheidende Formel-1-Vorsitzende Chase Carey hofft, den Formel-1-Fans 2021 ein Angebot zu machen, das "so nahe wie möglich" an Normalität ist und bestehende Vereinbarungen einhält: "Wir haben bewiesen, dass wir sicher reisen und unsere Rennen durchführen können, und unsere Veranstalter erkennen zunehmend die Notwendigkeit, weiterzumachen und mit dem Virus umzugehen."

Viele Veranstalter "wollen unseren Event als Plattform nutzen, der Welt zu zeigen, dass es weitergeht", unterstreicht Carey und ergänzt: "Wir freuen uns, dass Saudi-Arabien Teil des Kalenders wird, und wir sind gleichermaßen aufgeregt darüber, zu den Austragungsorten zurückzukehren, auf denen wir schon 2020 gehofft hatten zu fahren."

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