WELT


Kim Jong Un reist nach China

Baku, 8. Januar, AZERTAC

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist einer Einladung des chinesischen Staatschefs Xi Jinping gefolgt und nach China gereist. Laut der nordkoreanischen Agentur KCNA wird Kim dabei unter anderem von seiner Ehefrau Ri Sol Ju und mehreren hochrangigen Mitarbeitern begleitet.

Zuvor war bereits über ein viertes Treffen zwischen Kim und Xi spekuliert worden, nachdem ein Sonderzug aus Nordkorea am Montagabend nach China eingereist war. Am Dienstag bestätigten dann beide Regierungen den Besuch, der bis Donnerstag dauern wird.

China ist der wichtigste Verbündete Nordkoreas. Kim besuchte den mächtigen Nachbarn im vergangenen Jahr dreimal, um sich mit Xi zu treffen. Keine der Reisen war im Vorfeld angekündigt worden. Der erste Besuch im März war bekannt geworden, nachdem der gepanzerte Zug Kims in Peking gesichtet worden war. Es war seine erste Auslandsreise, seit er 2011 an die Macht gekommen war.

Gesprächsthema Trump? - Bei dem aktuellen Treffen könnten sich beide Politiker über das in Kürze geplante zweite Gipfeltreffen Kims mit US-Präsident Donald Trump abstimmen. Über den Ort werde noch verhandelt, hatte Trump am Sonntag gesagt. "Es wird möglicherweise in nicht allzu ferner Zukunft verkündet." Der Dialog mit Nordkorea laufe gut, versicherte Trump. Es gibt Spekulationen, dass es diesmal in Vietnam stattfinden könnte. Ein Termin steht noch nicht fest.

Bei ihrem historischen ersten Gipfel im Juni in Singapur hatten sich Trump und Kim allgemein auf das Ziel einer atomaren Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel geeinigt. Doch konkrete Zusagen, bis wann das nordkoreanische Atomwaffenarsenal abgerüstet werden soll und wie die Gegenleistungen der USA aussehen könnten, blieben bisher aus.

In seiner Neujahrsansprache vor einer Woche hatte Kim dann mit einer Abkehr vom Annäherungskurs gedroht, falls die USA an ihren Sanktionen festhalten. Er bekräftigte zwar die Absicht zur atomaren Abrüstung und Fortsetzung der Gipfeldiplomatie mit den USA, warf aber Washington vor, Zusagen nicht einhalten zu wollen und Pjöngjang einseitige Abrüstungsschritte abzupressen.

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