WELT


Legendäres Teleskope der Welt wird wegen Einsturzgefahr geschlossen

Baku, 20. November, AZERTAC

Die Weltreservewährung hatte zuvor wegen der steigenden Unsicherheit infolge der sich verschärfenden Corona-Lage angezogen. Da Öl international in Dollar gehandelt wird, sinken die Importpreise von Ländern außerhalb des Dollarraums bei fallenden Wechselkursen. Das stützt die Nachfrage.

Doch nun ist der Betrieb der Anlage zu gefährlich geworden. Wegen Sicherheitsbedenken stellt das Radioteleskop seinen Betrieb ein. Untersuchungen durch mehrere Ingenieursbetriebe hätten ergeben, dass ein katastrophales Versagen der Struktur des Teleskops drohe, teilte die Nationale Wissenschaftsstiftung der USA (NSF) am Donnerstag mit. Seine Kabel seien möglicherweise nicht mehr in der Lage, die für sie vorgesehenen Lasten zu tragen. Reparaturen könnten Arbeiter in potenziell lebensgefährliche Situationen bringen. Zudem würde es wahrscheinlich langfristig Probleme mit der Statik geben.

Im August war ein rund 7,5 Zentimeter dickes Stahlseil, das eine Metallplattform hielt, aus unbekannten Gründen gerissen. Im Herabfallen hatte es einen etwa 30 Meter langen Riss in der Reflektorschüssel des Teleskops verursacht und auch die Kuppel sowie eine Plattform beschädigt. Hinzu kamen Schäden, die der Hurrikan Maria 2017 am Observatorium verursacht hatte. Das Teleskop im karibischen US-Außengebiet wurde für die Dauer der Reparaturen vorübergehend geschlossen. Dann riss am 6. November der NSF zufolge ein Hauptkabel.

Alle Möglichkeiten, das Teleskop zu retten, seien untersucht worden. Letztlich zeigten die Daten aber, dass Reparaturen nicht auf sicherem Wege möglich seien. Nun würden Vorbereitungen getroffen, das Teleskop auseinanderzunehmen, hieß es. Ziel sei es, für künftige Recherche- und Bildungszwecke so viel der übrigen Infrastruktur des Observatoriums wie möglich zu erhalten.

Radioteleskope sammeln Radiowellen aus dem All. Die Funksignale werden von der Schüssel auf einen Empfänger geleitet und von Computern verarbeitet und in Bilder umgewandelt. Das Teleskop in Puerto Rico war bis 2016, als in China mit dem »Fast« eine Schüssel von einem halben Kilometer Durchmesser in Betrieb ging, das größte der Welt. Es war im Jahr 1963 eingeweiht worden und bis zuletzt noch immer eine der empfindlichsten Anlagen der Astronomie. 1974 entdeckten die US-Forscher Russell Hulse und Joseph Taylor mit Arecibo den Doppelpulsar PSR 1913+16 - zwei einander umkreisende Neutronensterne – und beobachteten damit indirekt Gravitationswellen. Dafür erhielten sie später den Nobelpreis. Außerdem suchten hier Forscher für Seti-Programme nach Radiosignalen von Außerirdischen und sie entdeckten Exoplaneten.

Es ist durchaus schon vorgekommen, dass Radioteleskope einstürzen. 1988 brach das Green-Bank-Teleskop in West Virginia, USA, zusammen. Es wurde später wieder aufgebaut.

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