Archäologen bergen Fundamentteile des Leuchtturms von Alexandria
Baku, 12. Juli, AZERTAC
Einst wies der Leuchtturm von Alexandria Schiffen einen sicheren Weg in die Handelsmetropole, nun haben Archäologen Überreste des architektonischen Meisterwerks der Antike geborgen. Den Forschenden gelang es, 22 riesige Fundamentblöcke aus dem Meer an Land zu schaffen, wie das Magazin “scinexx” berichtet . Doch das soll erst der Anfang sein.
Der Leuchtturm von Alexandria zählt zu den sieben Weltwundern der Antike. Er wurde um 300 v. Chr. auf der Insel Pharos erbaut und ist das Urbild aller modernen Leuchttürme . Er soll über 110, wenn nicht 160 Meter hoch aufgeragt haben. Bevor Erd- und Seebeben den Turm in die Knie zwangen, dürfte er mehr als ein Jahrtausend lang neben den Pyramiden von Gizeh zu den höchsten Gebäuden der Welt gehört haben. Sein Leuchtfeuer war demnach Dutzende Kilometer weit sichtbar.
Mithilfe von speziellen Kränen hat ein Archäologenteam unter der Leitung von Isabelle Hairy von der französischen Forschungsorganisation CNRS 22 nun die antiken Fundamentblöcke des Leuchtturms geborgen. Unter den Steinblöcken befinden sich demnach nicht nur Bodenplatten, sondern auch Teile eines riesigen Tors und eines Monuments im ägyptischen Stil.
Damit ist die Bergung der antiken Bauteile jedoch nicht abgeschlossen: Rund 100 Steinblöcke befinden sich noch immer am Grund des Hafens. Forschende haben sie bereits kartiert und digital gescannt. Aus ihren Scans sowie denen der bereits geborgenen Blöcke soll das antike Weltwunder nachgebildet werden.
Virtuelle Reise in die Vergangenheit – “Wie Teile eines gigantischen archäologischen Puzzles wird nun jeder Block analysiert und virtuell positioniert”, sagt die verantwortliche Organisation, La Fondation Dassault Systèmes, über das Vorhaben. In einem weiteren Schritt würden dann Archäologen, Ingenieure und Architekten mithilfe von wissenschaftlichen Modellen und Simulationen verschiedene Hypothesen über die Konstruktionsweise des Leuchtturms überprüfen.
“Das virtuelle Modell wird die ursprüngliche Großartigkeit dieses Bauwerks wieder zum Leben erwecken”, so die Organisation. Der virtuelle Zwillingsturm solle es Schaulustigen ermöglichen, das einstige Weltwunder zu erkunden, ganz so, als wären sie Tausende Jahre zurück in die Antike gereist.