Berufungsverfahren zu Beschwerden armenischer Staatsangehöriger fortgesetzt
Baku, 16. Juni, AZERTAC
Am 16. Juni wurde vor dem Berufungsgericht von Baku die Verhandlung über die Berufungsbeschwerden von Staatsangehörigen der Republik Armenien fortgesetzt. Gegen sie waren vom Militärgericht Baku Schuldsprüche wegen Verbrechen gegen den Frieden und die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen, darunter die Planung und Führung eines Angriffskrieges, Völkermord, Verstöße gegen die Gesetze und Gebräuche des Krieges, Terrorismus, Terrorismusfinanzierung, gewaltsame Machtübernahme sowie weiterer schwerwiegender Straftaten im Zusammenhang mit der militärischen Aggression Armeniens gegen Aserbaidschan verhängt worden. Zu den Angeklagten gehören unter anderem Arayik Harutyunyan, Arkadi Ghukasyan, Bako Sahakjan, Davit Ishkhanyan, David Babayan und Levon Mnatsakanyan.
Wie AZERTAC berichtet, wurden den Personen, gegen die das Berufungsverfahren geführt wird, Dolmetscher für die von ihnen gesprochenen Sprachen – Armenisch und Russisch – sowie Rechtsanwälte zur Wahrung ihrer Verteidigungsrechte zur Verfügung gestellt. Die Verhandlung fand unter dem Vorsitz des Richters Elmar Rahimov sowie in Anwesenheit der Richter Emin Mehdiyev und Mehriban Garayeva (Ersatzrichter: Ali Mammadov) statt.
An der Gerichtsverhandlung nahmen außerdem Vertreter der Geschädigten sowie die Staatsanwälte Abbas Abbasli, Leiter einer Abteilung der Generalstaatsanwaltschaft für die Vertretung der öffentlichen Anklage, sowie die Staatsanwälte Anar Alakbarov und Sevinj Gasimova teil.
Der Vorsitzende erinnerte daran, dass in der vorherigen Sitzung denjenigen, die sich auf ihre Verteidigungsreden vorbereiten wollten, zusätzliche Zeit eingeräumt worden war.
Anschließend fragte er die Verteidigung, ob sie bereit sei, ihre Ausführungen vorzutragen.
Die Verteidigung erklärte ihre Bereitschaft.
Der Vorsitzende teilte mit, dass die Verteidigungsreden entsprechend der Reihenfolge des Eingangs der Berufungsbeschwerden fortgesetzt würden.
Der Angeklagte Davit Iskhanyan beantragte daraufhin eine vertrauliche Besprechung mit seinem Verteidiger. Diesem Antrag wurde stattgegeben.
Während der vom Gericht angeordneten Unterbrechung führte Iskhanyan ein vertrauliches Gespräch mit seinem Anwalt. Zudem nahm er mit Hilfe eines Dolmetschers Einsicht in das Protokoll der Gerichtsverhandlung vom 26. Mai des laufenden Jahres.
Anschließend erhielt der Verteidiger des Angeklagten Levon Mnatsakanyan das Wort. In seinem Plädoyer beantragte er einen Freispruch seines Mandanten.
Danach äußerte sich auch Mnatsakanyan selbst. Er erklärte, die Ausführungen seines Verteidigers zu unterstützen, und legte seine eigenen Argumente dar.
Die nächste Gerichtsverhandlung ist für den 23. Juni angesetzt.
Zur Erinnerung: Durch Urteil des Militärgerichts von Baku vom 5. Februar 2026 wurden Arayik Harutyunyan, Levon Mnatsakanyan, David Manukyan, Davit Ishkhanyan und David Babayan zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Arkadi Ghukasyan und Bako Sahakjan erhielten 20 Jahre, Madat Babayan und Melikset Pashayan 19 Jahre, Garik Martirosyan 18 Jahre, Davit Allahverdiyan und Levon Balayan 16 Jahre, Vasili Beglaryan, Gurgen Stepanyan und Erik Ghazaryan jeweils 15 Jahre Freiheitsstrafe.