Cäsium aus Fukushima in Thunfisch vor US-Küste entdeckt
Baku, den 29. Mai (AZERTAG). Forscher haben radioaktive Substanzen aus dem AKW Fukushima in Thunfischen vor Kalifornien entdeckt. Die Belastung ist zu gering, um Menschen zu gefährden. Doch sie zeigt anschaulich, wie sich Schadstoffe in Tieren durch die Meere verbreiten können.
In Thunfischen vor der US-Küste sind radioaktive Stoffe nachgewiesen worden, die bei der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima freigesetzt wurden. Die im August 2011 vor der kalifornischen Küste gefangenen Blauflossen-Thunfische seien deutlich stärker mit Cäsium-137 belastet gewesen als 2008 gefangene Fische. Zudem habe man auch das künstliche Isotop Cäsium-134 in den Tieren gefunden, berichten Forscher um Daniel Madigan von der Stanford University (US-Staat Kalifornien) im Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences“.
Die gemessenen Werte stellen allerdings keine Gefahr beim Verzehr von Thunfisch dar. Sie liegen um mehr als eine Größenordnung unter dem von der japanischen Regierung festgelegten Grenzwert von 100 Becquerel pro Kilogramm Fisch, heißt es in der Studie. Nach Einschätzung von Marc-Oliver Aust vom Thünen-Institut für Fischereiökologie in Hamburg bekäme man durch eine Fischmahlzeit von 200 Gramm eine Strahlenbelastung von 0,064 Mikrosievert aus Cäsium-134 und -137 ab. Zum Vergleich: Pro Jahr nimmt ein Deutscher im Durchschnitt eine Dosis von rund 2300 Mikrosievert allein durch natürliche Radioaktivität auf.
Allerdings zeigen die Messungen, dass die Fische die radioaktiven Substanzen äußerst schnell transportiert haben. Gerade einmal vier bis fünf Monate brauchten die Tiere, um die strahlenden Stoffe von Japan bis zur US-Küste zu bringen. Wind und Meeresströmungen haben mehrere Monate länger gebraucht, um die Trümmer der Tsunami- und Atomkatastrophe vom März 2011 an die nordamerikanische Küste zu tragen.