China setzt Airbus-Auftrag als Druckmittel ein
Baku, den 1. März (AZERTAG). Zehn bestellte A380 werden zum Pfand im Klimastreit zwischen China und der EU. Die Fluglinie Hong Kong Airlines erwägt laut einem Bericht, den Auftrag zu stornieren - es geht um vier Milliarden Dollar. „Wir können nicht gegen die Interessen unseres Landes handeln“, sagt der Airline-Chef.
Klimaschutz und Industriepolitik - bei diesen Themen kämpft die chinesische Regierung mit harten Bandagen. Das zeigt auch der Streit um einen Großauftrag an den Flugzeugbauer Airbus. Laut einem Bericht der „South China Morning Post“ steht die Fluglinie Hong Kong Airlines unter Druck, den Kauf von zehn Großraumjets des Typs A380 im Wert von knapp vier Milliarden Dollar wieder rückgängig zu machen.
„Wir können nicht gegen die Interessen unseres Landes handeln“, zitierte die Zeitung den Präsidenten der Fluggesellschaft Yang Jianhong. Der bei Hong Kong Airlines für Unternehmensführung und internationale Beziehungen zuständige Kenneth Tong sagte, er könne die Stornierung nicht bestätigen. Darüber hinaus wolle er sich nicht äußern. Auch Airbus zeigte sich zurückhaltend.
Der Streit um den Großauftrag schwelt schon länger. Bereits die Bestellung der A380 soll China im vergangenen Jahr zunächst blockiert haben. Im Januar hieß es dann, der Auftrag sei unter Dach und Fach.
Seit Anfang 2012 müssen Fluggesellschaften für Starts und Landungen innerhalb der EU Zertifikate für den Ausstoß von Kohlendioxid kaufen. Airlines, die dies nicht tun, drohen Strafzahlungen oder sogar einem Zugangsverbot zu europäischen Flughäfen.
China wehrt sich gegen die Gebühren. Anfang Februar untersagte die chinesische Luftfahrtbehörde (CAAC) heimischen Airlines, die neuen Gebühren zu zahlen. Auch US-Fluggesellschaften lehnen die Abgabe ab, sie scheiterten jedoch kürzlich mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof.