China zeigt sich kompromissbereit
Baku, den 5. Dezember (AZERTAG). Das Kyoto-Protokoll wollte China nicht unterzeichnen - doch nun signalisiert das Reich der Mitte Kompromissbereitschaft. Auf dem Uno-Klimagipfel in Durban hat sich das Land zu einem international verbindlichen Klimavertrag bekannt. Dafür stellt es jedoch Forderungen an die Industrieländer.
Die heiße Phase des Uno-Klimagipfels in Durban hat begonnen. Immer mehr hochrangige Regierungsvertreter treffen an dem südafrikanischen Tagungsort ein - darunter auch Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU). Mit China hat sich nun auch der größte CO2-Emitent der Welt aus der Defensive gewagt - es hat überraschend Kompromissbereitschaft signalisiert.
Grundsätzlich sei Peking zu einem international verbindlichen Klimavertrag bereit, sagte der chinesische Klima-Verhandlungsführer Xie Zhenhua am Montag in Durban. Die chinesische Regierung hat das 2012 auslaufende Kyoto-Abkommen mit dem Verweis auf die Notwendigkeit zu raschem Wirtschaftswachstum nicht unterzeichnet.
Allerdings stellt das Land Bedingungen für ein internationales Klimaschutzabkommen nach 2020. Unter anderem müssten die Industrieländer ihre bislang vereinbarten Klimaschutzziele erreichen. Zudem sei eine finanzielle Hilfe für Länder der Dritten Welt notwendig, damit sie besser mit den Folgen des Klimawandels fertig werden könnten.
Der CO2-Ausstoß hat 2010 eine neue Rekordhöhe erreicht. Nachdem die weltweite Finanzkrise 2008 und 2009 zu einem Rückgang der Emissionen führte, stieg der Kohlendioxid-Ausstoß im vergangenen Jahr um 5,9 Prozent, wie ein internationales Forscherteam im Fachmagazin „Nature Climate Change“ berichtet. Insgesamt wurden demnach 2010 mehr als zehn Milliarden Tonnen Kohlendioxid freigesetzt.