Chinas Außenhandel schrumpft rasant
Baku, den 10. Februar (AZERTAG). In China flaut die Konjunktur merklich ab: Der Außenhandel der Volksrepublik ist im Januar so stark geschrumpft wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr. Vor allem die Importe lassen stark nach.
Es ist ein konjunkturelles Warnsignal: Der chinesische Außenhandel ist im Januar so stark zurückgegangen wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Auf Jahressicht sanken die Exporte nach offiziellen Angaben vom Freitag um 0,5 Prozent auf 149,9 Milliarden Dollar. Die Importe fielen auf 122,7 Milliarden Dollar - ein Minus von 15 Prozent.
Der Rückgang im Januar wurde von Analysten erwartet, da viele Exportunternehmen im Dezember ihre Aufträge abarbeiteten, um zum chinesischen Neujahrsfest zwei Wochen oder länger den Betrieb einzustellen.
Allerdings fiel der Rückgang beim Import deutlich schärfer aus als erwartet, was als Anzeichen für eine Abkühlung des chinesischen Wirtschaftswachstums gesehen wird. „So ein dramatisch geringer Import spiegelt extrem schwache Binnennachfrage wider“, urteilte der Analyst von IHS Global Insight, Alistair Thornton. Ein anderer Analyst warnte jedoch davor, die Daten überzubewerten. „Ich denke, die schwachen Export- und Importzahlen spiegeln vor allem saisonale Faktoren durch das Neujahrsfest wider“, sagte Sun Junwei von HSBC Global Research in Peking. Man dürfte nicht zu viel in die Daten eines einzelnen Monats hineininterpretieren, der üblicherweise sehr unterschiedlich ausfällt.
Die chinesische Wirtschaft war im letzten Quartal 2011 vergleichsweise langsam gewachsen. Auf Jahressicht stieg das Bruttoinlandsprodukt um gerade mal 8,9 Prozent - der geringste Wert seit mehr als zwei Jahren.