Dünen rasen über Mars — zehn Zentimeter pro Jahr
Baku, den 12. Mai (AZERTAG). Noch eine Gemeinsamkeit zwischen Erde und Mars. Auch auf dem Roten Planeten gibt es Wanderdünen. Diese ziehen relativ schnell über die Oberfläche. Manche Sandströmung ähnelt denen in der Antarktis.
Die Sanddünen auf dem Mars sind genauso aktiv wie die Wanderdünen auf der Erde. Im Dünenfeld von Nili Patera wandern sie um durchschnittlich zehn Zentimeter pro Jahr.
Kleinere Sandhügel ziehen sogar um rund 4,5 Meter in nur gut 100 Tagen. Das hat ein US-amerikanisches Forscherteam aus den Bilddaten der Sonde Mars Reconnaissance Orbiter ermittelt.
Zuvor hatte man zwar Veränderungen an der Oberfläche der Dünen entdeckt, es blieb aber unklar, ob sich die Sandberge auch heute noch als Ganzes bewegten.
Jetzt zeige sich, dass die Dünen des Mars nicht statisch seien, sondern mobil. Sie hätten sogar unerwartet starke Sandströmungen, die denen im Victoria Valley in der Antarktis ähnelten, berichten die Forscher im Fachmagazin „Nature“. (doi:10.1038/nature11022)
Experten hielten Atmosphäre für zu dünn-„Viele Jahre lang haben Forscher darüber debattiert, ob Dünen auf dem Mars fossile, vom vergangenen Klima geschaffene Strukturen sind oder nicht“, sagt Jean-Philippe Avouac vom California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena, der die Studie initiierte.
Viele Wissenschaftler hätten angenommen, dass die Atmosphäre des Roten Planeten heute viel zu dünn sei, um die Dünen durch Wind bewegen zu können. Einem Ende 2011 veröffentlichten Modell nach könnten allenfalls starke Staubstürme genügend Kraft haben, um Wanderungen anzustoßen.
Jetzt zeige sich, dass die Windbedingungen in Nili Patera und wahrscheinlich auf einem Großteil der Marsoberfläche sehr wohl ausreichend seien, um die bis zu 50 Meter hohen Dünen zu bewegen, meinen die Forscher.