Experten warnen vor dramatischem Trinkwassermangel
Baku, den 12. März (AZERTAG). Die Uno schlägt Alarm. Laut aktuellem Weltwasserbericht bedrohen Nahrungsbedarf, Lebensstil und Klimawandel unsere Trinkwasser-Ressourcen.
Der weltweite Bevölkerungsanstieg und der damit einhergehende Nahrungs- und Energiebedarf bedrohen ebenso wie der Klimawandel die weltweiten Trinkwasser-Ressourcen. „Der Wasserbedarf nimmt zur gleichen Zeit zu wie der Klimawandel seine Verfügbarkeit bedrohen dürfte“, heißt es im jüngsten Weltwasserbericht der Vereinten Nationen (Uno).
Die Versorgung mit Trinkwasser ist in Gefahr, warnt die UN-Wissenschaftsorganisation Unesco. Bevölkerungsentwicklung, Wirtschaft, Lebensstil und Verhaltensmuster seien die wichtigsten Faktoren beim Wasserverbrauch.
Zugenommen hat die Bedeutung des Grundwassers: Es stellt weltweit heute fast die Hälfte des gesamten Trinkwassers. Im 20. Jahrhundert habe es eine regelrechte „stille Revolution“ gegeben beim zunehmenden Anzapfen dieser Ressourcen, betonen die Autoren des Berichts.
Sie fordern daher dringend eine genauere Erfassung der Reserven - und deren nachhaltigen Nutzung. „Weil Wasser preiswert und weit verbreitet ist, wird sein Gebrauch oft nicht direkt gemessen, sondern eher geschätzt.“
In Asien hätten auch geänderte Lebensgewohnheiten beim Konsum - etwa dem Umstieg vom Fahrrad aufs Auto - Einfluss auf den Wasserverbrauch: „In den Schwellenländern könnte der Wasserbedarf um 50 Prozent über die Werte von 2011 steigen.“ In Asien, aber auch Schwarzafrika, könnten mehr als 40 Prozent der Länder im Jahr 2040 unter ernsthafter Trinkwasser-Knappheit leiden.
Rund 900 Millionen Menschen müssen heute ohne Trinkwasser auskommen. 2,6 Milliarden Menschen können den Angaben zufolge keine sanitären Anlagen nutzen. Mehr als 80 Prozent des Abwassers landet unbehandelt in Flüssen, Seen und im Meer. Jedes Jahr sterben den Angaben zufolge etwa 3,5 Millionen Menschen an den Folgen schlechter Wasserversorgung.