Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Formel 1: 2025 soll ein neues Motorenformat eingeführt

Formel 1: 2025 soll ein neues Motorenformat eingeführt

Baku, 16. April, AZERTAC

Hinter den Kulissen der Formel 1 werden gerade die Weichen für die Zukunft neu gestellt. 2025 soll ein neues Motorenformat eingeführt werden, und je nachdem, wie dieses aussieht, könnte der Volkswagen-Konzern entscheiden, eine seiner Marken (wahrscheinlich Porsche oder Audi) in der Königsklasse an den Start zu schicken.

Doch bevor in Wolfsburg Entscheidungen fallen, muss erstmal klar sein, wo die Reise hingeht. Das festzulegen, sei "keine einfache Aufgabe", sagt Formel-1-CEO Stefano Domenicali (übrigens ein Ex-Volkswagen-Mann) in einem Interview mit "auto motor und sport". Das Ziel sei aber, im "Sommer dieses Jahres" zu entscheiden, wie die Motorenzukunft der Königsklasse aussehen wird.

"Wir wollen alles auf neue Füße stellen", kündigt Domenicali an. "Der neue Motor muss wesentlich kostengünstiger sein. Es muss ein Hybridantrieb sein. Er muss mit nachhaltigem Kraftstoff betrieben werden. Er sollte das Gewicht der Autos nicht noch mehr erhöhen. Insgesamt soll der Antrieb den Herstellern ermöglichen, ihr Portfolio an Zukunftstechnologien neben dem reinen Elektroantrieb zu erweitern."

Musik in den Ohren der Volkswagen-Verantwortlichen, deren Vorstellungen weitgehend damit decken. Neben Nachhaltigkeitsthemen und einer Budgetobergrenze auch im Motorenbereich gibt es für einen Porsche- oder Audi-Einstieg aber noch ein Kriterium: Der neue Motor muss zumindest in entscheidenden Teilen wirklich neu sein.

Denn das Beispiel Honda hat gezeigt, wie schwierig es für einen Neueinsteiger ist und wie lange es dauern kann, den technologischen Vorsprung der bereits etablierten Hersteller aufzuholen. Honda kam erst 2015 in die Formel 1, als die aktuelle Hybrid-Formel von den anderen schon ein Jahr lang im Renneinsatz gefahren wurde. Der sportliche Misserfolg in den ersten Jahren war vorprogrammiert.

Downsizing auf Vierzylinder nicht realistisch - Im besten Fall würde die Formel 1 aus Volkswagen-Sicht mutmaßlich von einem V6 auf einen Vierzylinder wechseln. Dass das passieren wird, gilt aber als unwahrscheinlich. Trotzdem ist klar: Wenn ein neuer Hersteller angelockt werden soll (das muss nicht zwingend nur Volkswagen sein), dann werden die bestehenden Hersteller Zugeständnisse machen müssen, sodass zumindest in Teilbereichen alle bei null beginnen.

Das sieht auch der neue Williams-CEO Jost Capito, ebenfalls ein ehemaliger Volkswagen-Mann, so: "Allen Herstellern muss klar sein, dass sich etwas ändern muss", sagt er im Hinblick auf das neue Motorenreglement ab 2025. "Und es sind keine kleinen Änderungen, die gemacht werden müssen. Ich glaube aber, das ist allen klar."

Dabei gehe es nicht mal so sehr darum, "neue OEMs zu bekommen, sondern darum, die Formel 1 insgesamt voranzubringen. Und wenn sie das Richtige für die Formel 1 tun, dann wird das automatisch neue Hersteller anlocken, weil die dann ja auch sehen, dass das der richtige Weg für die Formel 1 ist. Dann werden neue Hersteller kommen."

Klar sei auch: "Ich bin mir sicher, die Hersteller in der Formel 1 wollen ihren Vorsprung behalten. Darüber muss man diskutieren", findet Capito. Gleichzeitig unterstreicht er: "Ich würde die Regeln nicht mit dem einzigen Ziel machen, neue Hersteller in den Sport zu locken. Sondern es muss das getan werden, was das Beste für den Sport ist."

Knackpunkte: E-Fuels, Batteriezellentechnologie - Immer konkreter zeichnet sich in den Gesprächen über das Motorenreglement der Zukunft ab, dass synthetische Kraftstoffe (E-Fuels) eine entscheidende Rolle spielen werden. Beim Verbrenner soll es wohl ein V6 bleiben. Das wäre für etwaige Hersteller wohl solange kein Dealbreaker, solange dafür bei anderen Antriebskomponenten signifikante Umstellungen erfolgen.

Und da ist wiederum klar, dass die Elektrokomponente gerade für einen Hersteller wie Volkswagen eine große Rolle spielt. Ein nicht zuletzt aus Kostengründen standardisierter Elektromotor, der nicht nur die Hinterachse antreibt, sondern die Formel 1 auf Allrad umstellt, mit gleichzeitigen Freiheiten im Bereich der Batteriezellenentwicklung könnte ein attraktiver Kompromiss sein.

Fest steht, dass die nächsten Wochen und Monate spannend werden, was das künftige Motorenformat und einen möglichen Einstieg neuer Hersteller betrifft. Wichtig wird sein, dass die Formel 1 ihre Entscheidung nicht zu lange verschleppt. Steht das Reglement erst 2022 oder im schlimmsten Fall 2023, ist die Vorlaufzeit für einen Hersteller-Neueinstieg ab 2025 zu kurz.

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