Forscher stoppen Arbeit am Supervirus
Baku, den 21. Januar (AZERTAG). Es ist das umstrittenste Forschungsprojekt seit langem. Wissenschaftler haben im Labor eine hochgefährliche Variante des Vogelgrippevirus gezüchtet - und gerieten massiv in die Kritik. Jetzt haben sie ihre Forschung freiwillig für 60 Tage unterbrochen.
Die Forschung an einem Supervirus, das Ende 2011 weltweit Schlagzeilen gemacht hat, ist vorerst beendet. In einem offenen Brief, den die Fachmagazine „Nature“ und „Science“ am Freitag gemeinsam veröffentlicht haben, haben die verantwortlichen Wissenschaftler angekündigt, ihre Arbeit für zunächst 60 Tage zu stoppen.
Ron Fouchier vom Erasmus Medical College in den Niederlanden, Adolfo Garcia-Sastre von der Mount Sinai School of Medicine in New York und Yoshihiro Kawaoka von der University of Wisconsin in Madison verteidigen in dem Schreiben ihre Arbeit. Sie sei von entscheidender Bedeutung für die Bemühungen, eine Veränderung des Vogelgrippevirus in der Natur rechtzeitig zu entdecken - und so möglicherweise eine verheerende weltweite Seuche zu verhindern.
Dennoch haben die Wissenschaftler sich jetzt den massiven Bedenken gebeugt, die seit der Veröffentlichung ihrer Forschungsarbeiten laut geworden sind. Im Mittelpunkt stand dabei die Furcht, dass das Supervirus unbeabsichtigt freigesetzt werden und so die Pandemie auslösen könnte, die man eigentlich verhindern wollte.