Im Prozess gegen Ruben Vardanyan Aussagen der Opfer angehört VIDEO
Baku, 18. November, AZERTAC
Der Strafprozess gegen den armenischen Staatsbürger Ruben Vardanyan, dem unter anderem Terrorismus, Folter, Söldnertätigkeit und Terrorismusfinanzierung gemäß dem Strafgesetzbuch der Republik Aserbaidschan vorgeworfen wird, wurde am 18. November fortgesetzt.
Die Gerichtsverhandlungen fanden unter Vorsitz von Richter Zeynal Aghayev am Militärgericht von Baku statt. Dem Richterkollegium gehörten außerdem Jamal Ramazanov und Anar Rzayev an. Günel Samadova fungierte als Ersatzrichterin. Der beschuldigten Person wurde ein Dolmetscher für seine Muttersprache Russisch zur Verfügung gestellt.
Richter Zeynal Aghayev stellte den erstmals am Prozess teilnehmenden Geschädigten und deren Rechtsnachfolgern das Richterkollegium, die Staatsanwälte, die Übersetzer usw. vor und erläuterte ihnen zudem ihre gesetzlich festgelegten Rechte und Pflichten.
Im Gericht wurden die Aussagen der Opfer angehört.
Der Staatsanwalt Vusal Abdullayev stellte Fragen an das Opfer Jamil Aliyev, das berichtete, dass er sich im Dorf Charekdar/Tschäräkdar im Rayon Aghdara befand, als eine vom Rest der armenischen Armee und illegalen armenischen bewaffneten Gruppen abgefeuerte Panzerabwehrrakete explodierte. Dabei erlitten er sowie Bahram Allahyarov und Murad Verdiyev verschiedene Verletzungen. Zu dieser Zeit kam Schikar Huseynov, der bei ihnen war, ums Leben.
Opfer Intigam Rustamli erklärte, dass er und eine weitere Person im Rayon Khojavend/Chodschawänd durch Provokationen von Resteinheiten der armenischen Armee und illegalen armenischen bewaffneten Gruppen verletzt wurden.
Opfer Etibar Aliyev gab an, dass in der Nähe des Dorfes Susuzlug im Rayon Kelbadschar beim Bewegen zusammen mit Journalisten sein Fahrzeug auf eine vom Feind gelegte Mine stieß. Er sagte, dass sich zum Zeitpunkt der Explosion sieben Personen im Fahrzeug befanden und durch die Minenexplosion drei Personen – Maharram Ibrahimov (AZERTAC-Korrespondent), Siraj Abischov (Kameramann von AzTV) und Arif Aliyev (stellvertretender Vertreter der Verwaltungsregion des Dorfs Susuzlug) ums Leben kamen. Etibar Aliyev selbst und drei weitere Personen erlitten unterschiedliche Verletzungen.
Opfer Allahverdi Mammadli berichtete, dass er im Rayon Khojavend verletzt wurde, als eine Granate, die von den Resten der armenischen Armee und illegalen armenischen bewaffneten Gruppen abgefeuert wurde, in seiner Nähe explodierte.
Opfer Nahid Asadov erklärte auf Fragen des Assistenten des Generalstaatsanwalts Tugay Rahimli, dass er im Rayon Khojavend durch die Explosion einer vom Feind abgefeuerten Granate verletzt wurde.
Opfer Elschan Rustamov berichtete, dass er im Rayon Jabrayil/Dschäbrayil bei der Räumung von vom Feind gelegten Minen verletzt wurde.
Opfer Schahmar Jalilov erklärte, dass ihr Fahrzeug im Rayon Aghdara durch Raketenbeschuss von Resteinheiten der armenischen Armee und illegalen armenischen bewaffneten Gruppen getroffen wurde. Er selbst wurde verletzt, eine weitere Person kam ums Leben.
Opfer Umud Schukurov berichtete auf Fragen des Staatsanwalts Fuad Musayev, dass bei einer Provokation im Rayon Kelbadschar mehrere Personen getötet wurden und er selbst sowie weitere Personen Verletzungen erlitten.
Opfer Novruz Aliyev erklärte, dass er im Dorf Yellice im Rayon Kalbajar durch eine Provokation mit Drohnen des Feindes verletzt wurde.
Ein weiteres Opfer Eynulla Nasirli berichtete auf Fragen des Leiters der Abteilung für die Verteidigung des Staatsanwaltsbüros Nasir Bayramov, dass er im Rayon Khojali/Chodschali durch Schüsse von resteinheiten der armenischen Armee und illegalen armenischen bewaffneten Gruppen verletzt wurde.
Opfer, Yusif Yusifov, berichtete, dass im Rayon Aghdam durch Schüsse von Resteinheiten der armenischen Armee und illegalen armenischen bewaffneten Gruppen Ikhtiyar Bayramov getötet wurde und er selbst verletzt wurde.
Anschließend wurde der Gerichtsprozess mit der Untersuchung von Dokumenten und anderen Beweisen aus der Strafakte fortgesetzt.
Die nächste Gerichtssitzung ist für den 20. November angesetzt.
Dem armenischen Staatsbürger Ruben Vardanyan werden zahlreiche schwere Verbrechen vorgeworfen, darunter Kriegsverbrechen, Terrorismus und vorsätzliche Tötung. Zu den zentralen Anklagepunkten gehören die Planung und Durchführung eines Angriffskrieges, Zwangsumsiedlung und Verfolgung von Zivilisten, Entführung und Freiheitsberaubung sowie Folter und Söldnertätigkeit. Darüber hinaus wird ihm die vorsätzliche Tötung in mehreren Fällen sowie versuchter Mord vorgeworfen. Weitere Anklagen betreffen illegale wirtschaftliche Aktivitäten, Terrorismus und dessen Finanzierung, Gründung krimineller und bewaffneter Gruppen sowie illegale Waffen- und Sprengstofflagerung. Auch das Überqueren der aserbaidschanischen Grenze ohne Genehmigung und Handlungen, die die Luftsicherheit gefährden, gehören zu den Vorwürfen.