Im Prozess gegen Ruben Vardanyan mit Opferaussagen fortgesetzt VIDEO
Baku, 9. Dezember, AZERTAC
Der Prozess gegen den armenischen Staatsbürger Ruben Vardanyan, dem unter anderem Terrorismus, Folter, Söldnertätigkeit und Terrorismusfinanzierung gemäß dem Strafgesetzbuch der Republik Aserbaidschan vorgeworfen wird, wurde am 9. Dezember fortgesetzt.
Die Gerichtsverhandlungen fanden unter Vorsitz von Richter Zeynal Aghayev am Militärgericht von Baku statt. Dem Richterkollegium gehörten außerdem Jamal Ramazanov und Anar Rzayev an. Günel Samadova fungierte als Ersatzrichterin. Der beschuldigten Person wurde ein Dolmetscher für seine Muttersprache Russisch zur Verfügung gestellt.
Richter Zeynal Aghayev stellte den erstmals am Prozess teilnehmenden Geschädigten und deren Rechtsnachfolgern das Richterkollegium, die Staatsanwälte, die Übersetzer usw. vor und erläuterte ihnen zudem ihre gesetzlich festgelegten Rechte und Pflichten.
Das Gerichtsverfahren setzte sich mit Opferaussagen fort.
Azer Manafov, Vertreter der geschädigten Person, erklärte in seiner Aussage, dass er beim Minenanschlag Armeniens Schaden erlitten habe. Er sagte als Antwort auf die Fragen des Staatsanwalts Vusal Abdullayev, dass bei einer Minenexplosion mehrere Personen am Tatort verletzt worden seien, und dass Javid Ismayilov getötet worden sei.
Als Antwort auf die Fragen der Staatsanwältin Tarana Mammadova betonte die geschädigte Person Yadulla Abuschov, dass bei armenischem Beschuss aus Mörsern und anderen Waffen im Gebiet des Bezirks Kelbadschar mehrere Personen getötet wurden, und er selbst sowie mehrere andere Personen verletzt wurden.
Die geschädigte Person Sahil Salahov erklärte, dass er im Gebiet des Bezirks Khojavend/Chodschawänd verletzt wurde, als eine von den Überresten der armenischen Armee und illegalen armenischen bewaffneten Gruppen abgefeuerte Granate in seiner Nähe explodierte. Als Antwort auf die Fragen des Leiters der Abteilung für die Verteidigung der Staatsanklage der Generalstaatsanwaltschaft, Nasir Bayramov, erklärte die geschädigte Person, dass infolge des Vorfalls mehrere Personen getötet wurden.
Das Gerichtsverfahren wurde mit der Bekanntgabe weiterer Aussagen geschädigter Personen fortgesetzt.
So hat sich eine Gruppe von Personen, die im Verfahren als Geschädigte gelten, in früheren Verhandlungen an das Gericht gewandt und Anträge eingereicht, in denen sie mitteilten, dass sie aus triftigen Gründen nicht an den Sitzungen teilnehmen könnten und die von ihnen im Vorverfahren abgegebenen Aussagen bestätigten. In den vorherigen Gerichtsverhandlungen haben die Parteien der Bekanntgabe dieser Aussagen vor Gericht nicht widersprochen.
In der Sitzung wurden außerdem die Gutachten, Protokolle und andere für die Sache beweisrelevante Unterlagen aus den Materialien der Strafsache verlesen.
Anschließend erklärte der vorsitzende Richter, dass damit die Prüfung der im Vorverfahren von den geschädigten Personen und den rechtlichen Erben der Geschädigten abgegebenen Aussagen durch ihre Bekanntgabe vor Gericht abgeschlossen sei.
Der Angeklagte Ruben Vardanyan stellte einen Antrag, in dem er erklärte, dass er einige Unterlagen in Bezug auf die Strafsache einsehen wolle und außerdem beantragte, dass einige Unterlagen aus der Strafsache ausgeschlossen werden.
Der vorsitzende Richter Zeynal Aghayev erklärte, dass dem Angeklagten nach Feststellung, welche Unterlagen genau er einsehen möchte, die entsprechende Möglichkeit geschaffen werde.
Der Erste Stellvertreter des Generalstaatsanwalts, Vusal Aliyev, beantragte vor Gericht, dass auch andere erforderliche Unterlagen in der Strafsache geprüft werden.
Die nächste Gerichtssitzung ist für den 12. Dezember angesetzt.
Dem armenischen Staatsbürger Ruben Vardanyan werden zahlreiche schwere Verbrechen vorgeworfen, darunter Kriegsverbrechen, Terrorismus und vorsätzliche Tötung. Zu den zentralen Anklagepunkten gehören die Planung und Durchführung eines Angriffskrieges, Zwangsumsiedlung und Verfolgung von Zivilisten, Entführung und Freiheitsberaubung sowie Folter und Söldnertätigkeit. Darüber hinaus wird ihm die vorsätzliche Tötung in mehreren Fällen sowie versuchter Mord vorgeworfen. Weitere Anklagen betreffen illegale wirtschaftliche Aktivitäten, Terrorismus und dessen Finanzierung, Gründung krimineller und bewaffneter Gruppen sowie illegale Waffen- und Sprengstofflagerung. Auch das Überqueren der aserbaidschanischen Grenze ohne Genehmigung und Handlungen, die die Luftsicherheit gefährden, gehören zu den Vorwürfen.