Im Prozess gegen Ruben Vardanyan Opferaussagen angehört VIDEO
Baku, 24. November, AZERTAC
Der Strafprozess gegen den armenischen Staatsbürger Ruben Vardanyan, dem unter anderem Terrorismus, Folter, Söldnertätigkeit und Terrorismusfinanzierung gemäß dem Strafgesetzbuch der Republik Aserbaidschan vorgeworfen wird, wurde am 24. November fortgesetzt.
Die Gerichtsverhandlungen fanden unter Vorsitz von Richter Zeynal Aghayev am Militärgericht von Baku statt. Dem Richterkollegium gehörten außerdem Jamal Ramazanov und Anar Rzayev an. Günel Samadova fungierte als Ersatzrichterin. Der beschuldigten Person wurde ein Dolmetscher für seine Muttersprache Russisch zur Verfügung gestellt.
Richter Zeynal Aghayev stellte den erstmals am Prozess teilnehmenden Geschädigten und deren Rechtsnachfolgern das Richterkollegium, die Staatsanwälte, die Übersetzer usw. vor und erläuterte ihnen zudem ihre gesetzlich festgelegten Rechte und Pflichten.
Anschließend wurden Opferaussagen angehört.
Geschädigter Mirhuseyn Salahov erklärte auf Fragen der Staatsanwältin Tarana Mammadova, dass er, Huseyn Mammadov und mehrere weitere Personen in Kelbadschar verletzt worden seien, als eine von den Resteinheiten der armenischen Armee und illegalen armenischen bewaffneten Gruppen abgefeuerte Mörsergranate explodierte.
Geschädigter Elturan Jabiyev sagte auf Fragen von Nasir Bayramov, dem Abteilungsleiter der Verwaltung für den Schutz der Staatsanklage bei der Generalstaatsanwaltschaft, dass er in Kelbadschar durch Schüsse verletzt worden sei, die von den Resteinheiten der armenischen Armee und illegalen armenischen bewaffneten Gruppen abgefeuert wurden.
Geschädigter Telman Farhadli gab in seiner Aussage an, dass er in Kelbadschar durch feindliches Feuer verletzt worden sei. Auf Fragen von Vusal Aliyev, dem leitenden Assistenten des Generalstaatsanwalts, erklärte der Geschädigte, dass bei dem Vorfall zwei weitere Personen verletzt worden seien.
Die Geschädigten Islam Masiyev und Mehdi Ahmadov teilten auf Fragen des Staatsanwalts Fuad Musayev mit, dass sie in Kelbadschar durch die Explosion einer feindlichen Mörsergranate verschiedene Verletzungen erlitten hätten.
Khalil Khasmammadov sagte in seiner Aussage, dass er und zwei weitere Personen infolge einer feindlichen Provokation verletzt worden seien, und dass zwei weitere Personen ums Leben gekommen seien.
Geschädigter Ariz Mammadov antwortete auf Fragen der Staatsanwältin Tarana Mammadova, dass er im Dorf Khalfali des Bezirks Schuscha durch den Beschuss mit Mörsern von den Resten der armenischen Armee und illegalen armenischen bewaffneten Gruppen verletzt worden sei. Die neben ihm befindlichen Nemat Abdullayev und Sadig Gasimli seien ebenfalls verletzt worden.
Geschädigter Elnur Schikhiyev sagte, dass er in Kelbadschar beim Fahren eines medizinischen Evakuierungsfahrzeugs durch feindliches Feuer verletzt worden sei. Er erklärte, dass das Fahrzeug trotz klarer medizinischer Kennzeichnung mit Mörsern beschossen worden sei.
Die Geschädigten Sadig Aliyev und Musennif Aliyev erklärten auf Fragen von Tugay Rahimli, dem Sonderbeauftragten des Generalstaatsanwalts, dass sie infolge einer vom Feind in Kelbadschar verübten Provokation verletzt worden seien.
Geschädigter Yagir Sultanov sagte auf Fragen des Staatsanwalts Vusal Abdullayev, dass er verletzt worden sei, als eine vom Feind abgefeuerte Mörsergranate in seiner Nähe eingeschlagen und explodiert sei.
Ilyas Babazade erklärte, dass er in Kelbadschar durch die Explosion einer Artilleriegranate, die vom Feind abgefeuert worden war, verletzt worden sei. Nijat Garazade, der sich neben ihm befand, sei dabei ums Leben gekommen.
Geschädigter Farid Ibrahimov gab an, dass er in Aghdam durch die Explosion einer Artilleriegranate verletzt worden sei, die von den Resten der armenischen Armee und illegalen armenischen bewaffneten Gruppen abgefeuert wurde.
Geschädigter Elgun Talibov sagte, dass er im Gebiet Aghdara durch Schüsse der Reste der armenischen Armee und illegaler armenischer bewaffneter Gruppen an der rechten Hand verletzt worden sei.
Khayal Habibov sagte, dass er in Latschin durch die Explosion einer vom Feind verlegten Mine verletzt worden sei.
Vugar Hasanov gab an, dass er in Aghdam durch feindliches Feuer verletzt worden sei.
Weitere Geschädigte – Mustafa Aghayev, Amrah Abdiyev, Natig Zeynalli, Farid Aliyev, Hidayet Gudratzade, Polad Rahmanov, Zamil Taghiyev, Sanan Aliyev, Famil Abdullayev, Firuddin Namazaliyev, Hakim Hasanov, Omar Musayev erklärten, dass sie in verschiedenen Richtungen durch Schüsse der Reste der armenischen Armee und illegaler armenischer bewaffneter Gruppen verletzt worden seien.
Der Gerichtsprozess wurde mit der Untersuchung von Dokumenten und anderen in den Ermittlungsakten enthaltenen Beweisen fortgesetzt.
Die nächste Gerichtssitzung ist für den 25. November angesetzt.
Dem armenischen Staatsbürger Ruben Vardanyan werden zahlreiche schwere Verbrechen vorgeworfen, darunter Kriegsverbrechen, Terrorismus und vorsätzliche Tötung. Zu den zentralen Anklagepunkten gehören die Planung und Durchführung eines Angriffskrieges, Zwangsumsiedlung und Verfolgung von Zivilisten, Entführung und Freiheitsberaubung sowie Folter und Söldnertätigkeit. Darüber hinaus wird ihm die vorsätzliche Tötung in mehreren Fällen sowie versuchter Mord vorgeworfen. Weitere Anklagen betreffen illegale wirtschaftliche Aktivitäten, Terrorismus und dessen Finanzierung, Gründung krimineller und bewaffneter Gruppen sowie illegale Waffen- und Sprengstofflagerung. Auch das Überqueren der aserbaidschanischen Grenze ohne Genehmigung und Handlungen, die die Luftsicherheit gefährden, gehören zu den Vorwürfen.