Imamzade-Komplex von Barda VIDEO
Barda, 2. April, AZERTAC
Barda, eine der ältesten Siedlungen und Kulturzentren des Nahen Ostens, ist reich an materiellen Kulturdenkmälern, die einen Zeitraum vom 2. Jahrtausend v. Chr. bis ins späte Mittelalter umfassen. Auf dem Gebiet der Stadt Barda sind historische Denkmäler bis heute erhalten geblieben.
Unter diesen nimmt der Imamzade, in dem Ismail, ein Urenkel des fünften Imams Muhammad Baqir aus dem 8. Jahrhundert, beerdigt ist, einen besonderen Platz ein. Der Sohn von Muhammad Baqir, Ibrahim, wurde im Jahr 739 im Imamzade von Ganja beigesetzt. Ursprünglich als Mausoleum errichtet, entwickelte sich der Imamzade von Barda im Laufe der Zeit zu einer Pilgerstätte. In seiner Umgebung wurde eine Moschee gebaut, wodurch ein religiöser Komplex entstand. Im 13.–14. Jahrhundert ließ ein Kaufmann namens Ibrahim auf eigene Kosten über dem Grab von Ismail ein Mausoleum mit Minarett errichten. Daher ist die Pilgerstätte auch unter den Namen „Tajir Ibrahim“ oder „Ibrahim-Moschee“ bekannt.
Im Jahr 1868 wurde das Imamzade-Mausoleum vom aus Schuscha stammenden Architekten Karbalayi Safikhan Karabakhi restauriert, wobei vier Minarette errichtet wurden.
Obwohl es als Imamzade-Moschee bezeichnet wird, wurde es stets als Pilgerstätte genutzt. Das Fehlen eines Mihrabs im Inneren des Bauwerks zeigt, dass es sich nicht um eine Moschee, sondern um einen Schrein handelt.
Die Menschen aus Karabach betrachteten diesen Ort als heilig und bestatteten angesehene Persönlichkeiten in der Umgebung des Mausoleums. Auf dem Gelände des Imamzade sind unter anderem Vertreter der Familie von Fatali Schah Gajar, darunter sein Sohn Abbas Mirza sowie dessen ältester Sohn Bahman Mirza und deren Angehörige, ebenso wie Mitglieder der Karabach-Khane, Adelige und andere bedeutende Persönlichkeiten aus Barda beerdigt. Dies belegen die Grabsteine und Inschriften in der Nähe des Imamzade.
Die Bauweise des Imamzade-Komplexes – darunter die ornamentale Anordnung der Ziegel, die harmonische Verbindung von Stein und Ziegel sowie die Verwendung von Kacheln – zeigt den Einfluss der Architektur des Barda-Mausoleums (erbaut 1322).
Der Imamzade-Komplex, der aus touristischer Sicht von großer Bedeutung ist, gehört zu den meistbesuchten Orten von einheimischen und ausländischen Touristen.