Internationaler plastiktütenfreier Tag am 3. Juli
Baku, 3. Juli, AZERTAC
Seit 2011 steht der 3. Juli als Internationaler Plastiktütenfreier Tag (englisch: International Plastic Bag Free Day) ganz im Zeichen der aktiven Müllvermeidung. Was es mit diesem Aktionstag gegen Plastiktüten im Detail auf sich hat, erläutern die folgenden Zeilen des Kalenders der kuriosen Feiertage aus aller Welt. Worum geht es also genau?
Wer hat den International Plastic Bag Free Day ins Leben gerufen? - Wie bei vielen anderen Beiträgen aus dem Kalender der Umweltaktionstage sind auch die Hintergründe bzw. Ursprünge des International Plastic Bag Free Day relativ gut dokumentiert. So geht die Initiative für diesen Anti-Plastiktüten-Tag auf einen regionalen Aktionstag in Katalonien zurück. Hieraus entstand dann unter Leitung des europäischen Netzwerks „Zero Waste“ im Jahre 2011 die Kampagne zum Internationalen Plastiktütenfreien Tag.
Warum fällt der internationale Aktionstag gegen Plastiktüten auf den 3. Juli?
Demgegenüber ist allerdings nicht ganz klar, weshalb sich die Initiatoren hier ausgerechnet den 3. Juli als Datum für den internationalen Aktionstag gegen Plastiktüten ausgesucht haben. Ob hierbei die ursprüngliche Veranstaltung in Katalonien eine Rolle gespielt hat oder ob es sich bei diesem Termin um eine relativ willkürliche Setzung im Kalender handelt, konnte ich nicht herausfinden.
Diese Unklarheit gilt auch für eine mögliche inhaltliche Verbindung zum ebenfalls am 3. Juli gefeierten Welttag der Erdmännchen (engl. World Meerkat Day). Wohl auch für eine Reihe an kuriosen Feiertagen, die in den USA auf den 3. Juli fallen.
Exemplarisch sei hier auf den Schmeichle-Deinem-Spiegelbild-Tag (engl. Compliment Your Mirror Day), den Tag der Klimaanlage (engl. Air Conditioning Appreciation Day) und den Tag der Schokoladen-Waffeln (engl. National Chocolate Wafer Day) verwiesen. Nicht zu vergessen, den Tag des Ungehorsams (engl. Disobedience Day) und den Iss-Deine-Bohnen-Tag (engl. National Eat Your Beans Day).
Ziele und Intention: Worum geht es beim Plastic Bag Free Day? - Der Name ist beim International Plastic Bag Free Day natürlich Programm. Denn der 3. Juli versucht weltweit mit zahlreichen Aktionen, Konzerten, Demonstrationen und Events die Öffentlichkeit auf die Problematik der Umweltverschmutzung durch Plastik und ihre Folgen aufmerksam zu machen. Hier geht es allerdings weniger um den moralischen Zeigefinger und Schuldzuweisungen inkl. Ablasshandel, als vielmehr um das Aufzeigen, von Alternativen und Möglichkeiten, wie sich Plastiktüten in Zukunft vermeiden lassen. Siehe dazu auch die Beiträge zum US-amerikanischen Ehrentag der Luftpolsterfolie (engl. Bubble Wrap Appreciation Day) am letzten Montag im Januar und dem Tag des Verpackungsdesigns (engl. National Packaging Design Day) am 7. Mai.
Die Plastiktüte als Umweltverschmutzer und Bestandteil des globalen Müllproblems - Plastiktüten sind seit den 1960er-Jahren in Gebrauch. Günstig in der Herstellung und praktisch im alltäglichen Gebrauch. Diese Kombination sorgte dafür, dass weltweit jedes Jahr ca. eine Billion Plastiktüten und Tragetaschen aus Plastik im Umlauf sind.
Und auch wenn man sich in Deutschland gerne als Vorreiter in Hinblick auf Umweltschutz und Recycling betrachtet, kommt man laut den statistischen Angaben des Umweltbundesamtes auch hierzulande auf einen bundesweiten Plastiktütenverbrauch von ca. 6,1 Milliarden Stück im Jahr.
Neben der schieren Masse an Plastikmüll hat die Plastiktüte noch einen weiteren gewichtigen ökologischen Nachteil. Denn zum einen entsteht bei ihrer Herstellung (und Entsorgung) eigentlich vermeidbares CO₂, zum anderen benötigt man Erdöl in der Produktion, das als Rohstoff eine immer knapper werdende Ressource ist.
Besonders schwerwiegend ist der Einfluss von Plastiktüten auf die Weltmeere. So finden sich im Pazifik, im Atlantischen und Indischen Ozean, im Roten Meer und an den Küsten der Nord- und Ostsee tonnenschwere Müllstrudel, die sich durch Wind und Strömungen zu riesigen schwimmenden Müllhalden entwickelt haben. Siehe dazu auch den Beitrag zum Tag des Meeres am 8. Juni. Mit verheerenden Folgen für diese maritimen Ökosysteme:
In diesen Gebieten auf ein Kilogramm Plankton ca. sechs Kilogramm Plastikabfälle, von denen eben ein Großteil Plastiktüten sind.
Viele Meerestiere verenden, weil sie das Plastik für Nahrung halten und dieses fressen.
Mikroplastik und chemische Plastikzusätze gelangen auf diese Weise in die Nahrungskette. Ein Teufelskreis, der vom Menschen in Bewegung gesetzt wurde.
Der Plastikmüll verdreckt aber nicht nur die Ozeane selbst, sondern stellt auch eine Gefahr für die Strände und Küstenregionen dar.