Jazz-Visionär aus Baku: Vagif Mustafazade bleibt eine Legende
Baku, 16. März, AZERTAC
Mit seinem einzigartigen Stil prägte er die Musikgeschichte Aserbaidschans: Vor 86 Jahren wurde der herausragende Pianist und Komponist Vagif Mustafazade geboren.
Mustafazade verband Jazz mit Elementen der klassischen Klaviermusik und der traditionellen aserbaidschanischen Improvisationskunst Mugam. Daraus entwickelte er eine neue Stilrichtung, die später als „Mugam-Jazz“ bekannt wurde.
Aufgewachsen in Baku, erhielt er seine musikalische Ausbildung vor allem von seiner Mutter Ziver Khanum, einer Klavierlehrerin. In der Zeit zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Tod von Josef Stalin war Jazz in der Sowjetunion zeitweise verboten – selbst das Spielen von Saxophon galt als unerwünscht. Dennoch spielte Mustafazade weiterhin Jazz in Clubs und im privaten Kreis.
In den 1950er- und 1960er-Jahren wurde er zu einer zentralen Figur der neuen Jazzbewegung in Aserbaidschan. International machte er auf sich aufmerksam, unter anderem bei Auftritten in Europa sowie beim Jazzfestival in Tallinn. Der legendäre Bluesmusiker B. B. King soll nach einem Konzert gesagt haben, er würde den Blues gerne so gut spielen können wie Mustafazade. Auch Jazzikone Dizzy Gillespie bezeichnete ihn als „Genie, das seiner Zeit voraus war“.
Beim Internationalen Jazzfestival von Monaco gewann Mustafazade 1978 den ersten Preis mit seinem Stück „Waiting for Aziza“ (Warten auf Aziza), das er seiner Tochter widmete. Diese trat später selbst eine internationale Karriere an: Aziza Mustafa Zadeh ist heute eine bekannte Jazzsängerin und Pianistin.
Vagif Mustafazade starb überraschend am 16. Dezember 1979 im Alter von 39 Jahren während eines Bühnenauftritts in Taschkent (Usbekistan) an einem Herzinfarkt, kurz vor dem zehnten Geburtstag seiner Tochter Aziza. Sein plötzlicher Tod erschütterte damals die internationale Musikwelt.
Zum Gedenken an den Musiker finden in Aserbaidschan jedes Jahr Veranstaltungen statt.