Kenia bestätigt ersten Ebola-Fall und ersten Ebola-Todesfall
Baku, 7. Oktober, AZERTAC
Kenia hat erstmals einen aus der Demokratischen Republik Kongo eingeschleppten Ebola-Fall bestätigt. Der Patient starb am späten Montag in Nairobi, wie das kenianische Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte.
Der kenianische Staatsbürger war am Samstag aus der Demokratischen Republik Kongo über Uganda nach Kenia eingereist. Nachdem bei ihm Symptome eines hämorrhagischen Fiebers aufgetreten waren, wurde er isoliert und im Nairobi Hospital behandelt, sagte Gesundheitsminister Aden Duale. Ein Test bestätigte eine Infektion mit dem Ebolavirus. Der Patient starb am Montag.
Die kenianischen Behörden versetzten das Land daraufhin in erhöhte Alarmbereitschaft. Nach Angaben von Duale wurden 28 Kontaktpersonen ermittelt, darunter Angehörige des Patienten und medizinisches Personal. Zudem würden 23 weitere Passagiere desselben Fluges aus Uganda ausfindig gemacht.
Die Kontaktpersonen sollen 21 Tage lang isoliert werden. Sie könnten entlassen werden, wenn ein Test auf das Virus negativ ausfällt, sagte Patrick Amoth, Direktor des Gesundheitsministeriums.
Der verstorbene Patient soll innerhalb von 24 Stunden unter Einhaltung der empfohlenen Schutzmaßnahmen bestattet werden.
WHO warnt vor möglicherweise tödlichstem Ausbruch - Mitte Mai meldeten die Behörden den aktuellen Ebola-Ausbruch erstmals im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Kenia ist mittlerweile das vierte Land, in dem im Zusammenhang mit diesem Ausbruch ein Fall registriert wurde. In Uganda wurden 20 Fälle und in Frankreich ein Fall gemeldet.
Seit Ende August waren bis zu dieser Woche keine aktiven Fälle außerhalb der Demokratischen Republik Kongo bekannt geworden.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist dies der sich am schnellsten ausbreitende Ebola-Ausbruch seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Organisation warnt zudem davor, dass er zum bislang tödlichsten Ausbruch werden könnte. Das Virus breite sich schneller aus, als die Gesundheitsbehörden neue Fälle erkennen und die weitere Ausbreitung eindämmen könnten.
Auslöser ist das seltene Bundibugyo-Ebolavirus. Ein zugelassener Impfstoff oder eine zugelassene spezifische Behandlung stehen derzeit nicht zur Verfügung. In Ituri, dem Zentrum des Ausbruchs im Kongo, laufen Impfstoff- und Behandlungsstudien.