Klima-Manipulation führt zu Dürren in Europa
Baku, den 6. Juni (AZERTAG). Die Verringerung der Sonneneinstrahlung durch Geo-Engineering hat erhebliche Nebenwirkungen. Dies zeigt eine neue Studie des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie.
Geo-Engineering - ein technischer Eingriff in das Klimasystem - würde Europa und anderen Regionen der Erde mehr Dürren bringen. Das hat ein europäisches Forscherteam unter Leitung von Hauke Schmidt vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg festgestellt.
Die Wissenschaftler hatten untersucht, wie sich das zukünftige Klima verändert, wenn man durch technische Maßnahmen die Sonneneinstrahlung verringert. Möglich wäre dies beispielsweise durch gewaltige Spiegel in der Erdumlaufbahn oder aber, indem man Schwebstoffe in die Atmosphäre bläst.
Als Folge, so zeigen die Ergebnisse der Forscher, würden zwar die Temperaturen wieder auf ein Normalmaß sinken - gleichzeitig würden aber die Niederschläge auf der Erde deutlich abnehmen. Als Folge wäre es in Europa und Nordamerika rund 15 Prozent trockener als vor Beginn des menschengemachten Klimawandels. Im Amazonasgebiet würde es sogar 20 Prozent weniger regnen, berichten die Forscher im Fachmagazin „Earth System Dynamics“.
Geo-Engineering - Notlösungen gegen die Erderwärmung-Als Geo-Engineering bezeichnet man technische Maßnahmen, mit denen entweder Treibhausgase aus der Atmosphäre entfernt oder aber die Sonneneinstrahlung auf der Erdoberfläche vermindert wird. Beides soll dazu beitragen, den Klimawandel zu bremsen und die Erwärmung der Erde aufzuhalten.
„Solche Maßnahmen sind als Notlösung vorgeschlagen worden für den Fall, dass die Klimaschutzbemühungen fehlschlagen oder die Folgen der Erwärmung schwerwiegender ausfallen als erwartet“, schreiben Schmidt und seine Kollegen. Doch die Folgen solcher Eingriffe in das globale Klimasystem sind bisher nur in Teilen erforscht.
„Die Hauptbotschaft unseres Experiments lautet, dass das durch Geo-Engineering erzeugte Klima anders ist als jedes vorher existierende natürliche“, sagt Schmidt. Man könne das Klima durch solche Maßnahmen nicht einfach auf einen früheren Stand zurückdrehen.
Selbst wenn die Temperatur wieder auf geringere Werte absinke, gebe es entscheidende Unterschiede. „Geo-Engineering kann daher nicht als Ersatz für einen Klimaschutz durch die Verringerung der Treibhausgas-Emissionen angesehen werden“, schließen die Forscher.