Klimaschützer hoffen auf Wunder von Durban
Baku, den 28. November (AZERTAG). Der Weltklimagipfel im südafrikanischen Durban hat begonnen - doch die Chancen für einen Durchbruch stehen schlecht. Ein internationales Abkommen, das noch rechtzeitig zum Ende des Kyoto-Protokolls steht, wird es nicht geben. Sogar beim Hilfsfonds für ärmere Länder herrscht inzwischen Stillstand.
Christiana Figueres stapelte nicht eben tief: Es gehe um „nichts Geringeres als die größte energietechnische, industrielle und verhaltensrelevante Revolution der Menschheitsgeschichte“, sagte die Chefin des Klimasekretariats der Vereinten Nationen (UNFCCC). Der Anlass ist die Weltklimakonferenz im südafrikanischen Durban: Ab dem heutigen Montag verhandeln Vertreter aus 194 Staaten über Schritte im Kampf gegen die Klimaerwärmung.
Offiziell ringen die Staaten immer noch um ein umfassendes, rechtlich verbindliches Abkommen, das das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll ablösen soll. Doch nach dem Scheitern der Konferenz von Kopenhagen Ende 2010 und den geringen Fortschritten im mexikanischen Cancún ein Jahr später rechnet nun niemand ernsthaft mit einem Durchbruch. Erwartet wird vielmehr, dass vor allem die Beschlüsse aus dem vergangenen Jahr zum Klimafonds oder zum Waldschutz präzisiert werden.
Vor allem die USA und China scheinen bisher kaum bereit, sich in absehbarer Zeit auf international verbindliche Abkommen einzulassen. Während China sich gemeinsam mit zahlreichen Entwicklungs- und Schwellenländern dafür einsetzt, dass Industrieländer die Hauptverantwortung für den Kampf gegen den Klimawandel tragen, meldeten Länder wie Japan, Russland und Kanada bereits Widerstand an. Sie wollen, dass sich sowohl China und die USA an einer neuen Lösung beteiligen.