Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Klimaschutzziele der Staatengemeinschaft reichten nicht aus

Baku, 16. Juni, AZERTAC

In 15 Jahren könnte Strom großteils aus erneuerbaren Energien stammen, meint die Internationale Energieagentur. Entscheidend sei, den Höhepunkt des Treibhausgasausstoßes in spätestens fünf Jahren zu erreichen.

Bisher haben nur 40 Staaten Ziele zur Abgasminderung eingereicht. Die Klimaschutzziele der Staatengemeinschaft reichten nicht aus, die zu erwartende globale Erwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen, behauptet die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem neuen Bericht.

Die angekündigten Absichten, den Ausstoß von Treibhausgasen zu mindern, liefen auf eine weltweite Erwärmung von 2,6 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts hinaus, danach weiter stark steigend. Zwar lässt sich die zu erwartende Erwärmung nur sehr ungenau bestimmen, weshalb Experten das Zwei-Grad-Ziel kritisieren. Gleichwohl sei es die einzige Größe, die zielgerichteten Klimaschutz ermögliche, meinen andere.

Die IEA hat berechnet, wie die Wende zu schaffen sein könnte - entscheidend sei der Beschluss der Uno-Klimakonferenz im Dezember. Würde die Staatengemeinschaft dort festschreiben, beim Ausstoß von Treibhausgasen bereits 2020 den Höhepunkt zu erreichen, könnten Wind, Sonne und Wasserkraft schon in 15 Jahren weltweit Kohle und Öl als wichtigste Energiequellen bei der Stromerzeugung ablösen, heißt es im neuen Klimabericht der Energieagentur, der am Montag in London vorgestellt wurde.

Wende möglich - Den größten Beitrag zum Treibhauseffekt liefere die Energieerzeugung. Der Energiesektor produziere doppelt so viel Treibhausgas wie alle anderen Energieverbraucher zusammen. „Jedes Abkommen, das in Paris erzielt wird, muss sich auf den Energiesektor konzentrieren“, sagte IEA-Chefökonom Fatih Birol.

Hier sei eine Wende möglich: „2030 können 60 Prozent der Stromerzeugung aus Erneuerbaren kommen“, betonte er. Birol erklärte, die weltweiten Emissionen hätten 2014 erstmals nicht zugenommen, obwohl die Weltwirtschaft um drei Prozent gewachsen sei.

Zuletzt haben neben Politikern auch Unternehmen signalisiert, eine Energiewende zu unterstützen: Sieben große Industrienationen, darunter Deutschland - die G7-Länder - hatten vergangene Woche im bayerischen Elmau beschlossen, im Laufe des Jahrhunderts komplett aus fossilen Energieträgern auszusteigen, also aus Kohle, Öl und Erdgas.

Bereits zuvor hatten sich mehrere Großinvestoren aus Geldanlagen in Firmen zurückgezogen, die vor allem auf fossile Energieträger setzen. Dazu gehört auch der norwegische Pensionsfonds, einer der größten Geldanleger weltweit, der die norwegischen Steuereinnahmen aus der Ölgewinnung verwaltet.

400 Milliarden Dollar pro Jahr - Eine entscheidende Rolle kommt dem mit Abstand größtem CO2-Verursacher zu - China: Das Riesenreich hatte 2014 erstmals den Ausstoß von Treibhausgasen bei der Kohleverstromung nicht mehr gesteigert; in den ersten vier Monaten 2015 ist laut der Umweltorganisation Greenpeace sogar ein Rückgang zu erkennen. Womöglich koppelte sich der CO2-Ausstoß in China vom Wirtschaftswachstum ab, meinen die Experten.

Die Energieagentur erklärte, um die Ziele zu erreichen, müsste die Industrie Energie effizienter nutzen, alte Kohlekraftwerke abgeschaltet und die Subventionen für Verbraucher fossiler Energieträger abgeschafft werden. Die Investitionen in erneuerbare Energien bei der Stromgewinnung müssten bis 2030 von 270 Milliarden Dollar auf 400 Milliarden Dollar erhöht werden. Die IEA mit Sitz in Paris berät 29 große Länder in Energiefragen, darunter Deutschland und die USA.

Vergangene Woche war die Uno auf einer Konferenz in Bonn kaum vorangekommen bei der Verfassung eines Welt-Klimavertrags.

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