Klimawandel vernichtet zehn Prozent der Säugetiere
Baku, den 15. Mai (AZERTAG). Zehn Prozent aller Säugetiere werden den Wettlauf mit dem Klimawandel verlieren. Sie können der Verlagerung ihres Lebensraums nicht folgen. Von manchen Arten wird nur noch ein Viertel übrigbleiben.
Durch die zunehmende Erwärmung verlagern sich die Lebensräume von vielen Säugetieren schneller, als sie folgen können. Zehn Prozent können mit diesem Tempo nicht Schritt halten. In einigen Gebieten könnten sogar bis zu 39 Prozent der Säugetiere auf der Strecke bleiben. Das zeigt eine Studie US-amerikanischer Forscher.
Zu den Verlierern des Klimawandels zählen demnach vor allem die Primaten, kleinere, insektenfressende Säugetiere sowie die Tiere der Tropen. Besser Schritt halten können dagegen Raubtiere und die Bewohner von gemäßigten und kühleren Regionen, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“.
„Die Anzahl der Tierarten, die nicht mit dem Klimawandel Schritt halten werden, wird unterschätzt“, warnen Carrie Schloss von der University of Washington in Seattle und ihre Kollegen. Denn bisherige Schätzungen hätten nicht berücksichtigt, wie schnell oder langsam eine bestimmte Art von ihren ursprünglichen Lebensraum in einen neuen umziehen könne.
Für ihre Studie hatten die Forscher die Ausbreitungsgeschwindigkeit von 493 Säugetierarten in Nord- und Südamerika ermittelt und diese Werte mit den von zehn Klimamodellen vorhergesagten Verschiebungen der Lebensräume verglichen.
Durch die zunehmende Erwärmung verlagern sich Klimazonen und Lebensräume bereits jetzt um durchschnittlich sechs Kilometer pro Jahr in Richtung der Pole, wie die Forscher berichten. In den Gebirgen rücken die Lebensräume um rund sechs Meter pro Jahrzehnt nach oben. Dieser Trend werde sich in Zukunft noch beschleunigen. Wollen Tiere und Pflanzen dauerhaft überleben, müssen sie diese Bewegung mitmachen.
Doch für viele Tiere sei dies unmöglich, sagen die Forscher. So bewegen sich Säugetierarten im Amazonasgebiet um maximal einen Kilometer pro Jahr weiter - die Klimaprognosen sagen für diese Region aber eine Verschiebung der Lebensräume um acht Kilometer jährlich voraus.