Lahij – berühmt für Geschichte, Natur und Kunst VIDEO
Ismayilli, 14. August, AZERTAC
Um nach Lahij zu gelangen, biegt man von der Hauptstraße Mughanli,–Ismayilli ab und folgt einer schmalen, aber asphaltierten Bergstraße. Man spürt sofort: Diese Straße führt einen nicht nur in ein Dorf, sondern in eine andere Zeit. Noch bevor man Lahij erreicht, empfängt einen eine Hängebrücke für Fußgänger, die zwei Berghänge miteinander verbindet. Hier anzuhalten, Fotos zu machen, dem Plätschern des Flusses zu lauschen und die frische Bergluft einzuatmen – das wird für jeden Besucher zu einem unvergesslichen Moment.
Die Fahrt geht weiter über eine kurvenreiche, auf- und absteigende Bergstraße, die sich durch steile Felsen schlängelt. Die Umgebung wirkt wie aus einem Märchen – gewaltige Felsen, majestätische Bergpanoramen, sattes Grün und das Rauschen des Flusses.
Am Ende dieser märchenhaften Strecke begrüßt einen Lahij...
Gleich auf den ersten Blick fasziniert die Siedlung mit ihrer außergewöhnlichen Architektur. Die Straßen sind mit weißen Steinen des Girdiman-Flusses gepflastert, und auch die zwei- bis dreistöckigen Häuser wurden aus diesen Steinen errichtet. Das Dorf verfügt über ein über tausend Jahre altes Kanalisationssystem sowie eine eigene Wasserversorgung.
Was Touristen hierher zieht, ist nicht nur die Geschichte, die einzigartige Bauweise oder die beeindruckende Natur – Lahij war bereits im Mittelalter ein bedeutendes Zentrum für Kunsthandwerk und Handel im Kaukasus. Bis heute bewahren Kupferschmiede, Hutmacher, Gerber und Teppichknüpfer ihre alten Handwerkstraditionen und präsentieren ihre Werke sowohl einheimischen als auch ausländischen Gästen. Nicht umsonst sagt man: „In jedem Hammerschlag hallt die Vergangenheit wider, in jedem geknüpften Knoten lebt das Gedächtnis eines Volkes.“
Übrigens wurde das Kupferschmiedehandwerk von Lahij im Jahr 2015 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen – eine Anerkennung, die nicht nur Aserbaidschan, sondern das gesamte kulturelle Erbe der Menschheit ehrt.
Lahij liegt 180 Kilometer von Baku und 37 Kilometer vom Bezirkzentrum entfernt – am Fuße des Großen Kaukasus, am linken Ufer des Flusses Girdiman, auf 1.375 Metern über dem Meeresspiegel, eingebettet zwischen den Gebirgszügen Hovdagh und Niyaldagh. Der Lahij -Pass ist Teil des beeindruckenden Niyaldagh-Massivs und erreicht eine Höhe von bis zu 1.700 Metern. Die Strecke dorthin besteht größtenteils aus schmalen Pfaden. Zwar ist sie etwas anspruchsvoll, doch kann sie das ganze Jahr über mit dem Auto befahren werden.
Wenn ich ein Tourist wäre, würde ich auf jeden Fall nach Lahij reisen, denn dieses Dorf begeistert nicht nur mit seiner Schönheit, sondern mit jedem Atemzug, der von Geschichte und Kunst erfüllt ist.