Mehr Sommersmog-Tote durch Klimawandel
Baku, den 30. September (AZERTAG). Der Klimawandel könnte in den nächsten 60 Jahren zu einem deutlichen Anstieg ozonbedingter Todesfälle in einigen Ländern Europas führen. Das berichtet ein internationales Forscherteam jetzt bei der Jahrestagung der European Respiratory Society (ERS) in Amsterdam. Vor allem in Mittel- und Westeuropa drohe eine Zunahme des Sommersmogs und damit auch der von diesem verursachten Atemwegserkrankungen.
Die Wissenschaftler hatten untersucht, wie sich die Werte des gesundheitsschädlichen bodennahen Ozons verändern, wenn die Lufttemperaturen steigen, und welche Gesundheitsfolgen dies hat. Man erwarte die mit 10 bis 14 Prozent größte Zunahme an Todesfällen in Belgien, Frankreich, Spanien und Portugal, sagen die Wissenschaftler. In den skandinavischen und baltischen Ländern sei dagegen mit einer Abnahme des Ozons und der dadurch bedingten Erkrankungen zu rechnen.
Bodennahes Ozon, auch als Sommersmog bezeichnet, entsteht aus Vorläufersubstanzen wie Stickoxiden und gasförmigen Kohlenwasserstoffen. Diese werden vor alle durch den Verkehr, Heizungen, aber auch durch die Industrie erzeugt. Diese Abgase werden durch die UV-Strahlung der Sonne zersetzt und reagieren unter anderem zu dem aus drei Sauerstoffatomen bestehenden Ozon.
„Ozon ist ein hochreaktiver Schadstoff, der in Verbindung steht mit schweren Atemwegserkrankungen und Todesfällen“, sagt Hans Orru von der Universität im schwedischen Umea, einer der Autoren der Studie. Werde das Ozon eingeatmet, wirke es reizend auf die Atemwege und könne Entzündungen und Lungenfunktionsstörungen hervorrufen.
Der größte Zuwachs ozonbedingter Todesfälle seit 1961 habe sich in Belgien, Irland, den Niederlanden und Großbritannien gezeigt. Vor allem der Westen und Südwesten Europas werde auch in Zukunft verstärkt von steigenden Ozonwerten betroffen sein.