Meteorologen messen nächtlichen Hitze-Weltrekord
Baku, den 20. Juli (AZERTAG). Es ist ein Extremwert der besonderen Art. Im Tal des Todes in den USA herrschte nachts eine Tiefsttemperatur von 41,7 Grad - nie zuvor seit Beginn der Messungen war es zum kühlsten Zeitpunkt eines Tages so warm.
Meteorologen haben nach eigenen Angaben einen neuen weltweiten Temperaturrekord gemessen. An gleich zwei Orten hintereinander sei mit 41,7 Grad Celsius die wärmste nächtliche Tiefsttemperatur gemessen worden, teilt der private Wetterdienst „Weather Underground“ mit. Am 12. Juli im Tal des Todes in den USA und am 27. Juni am Khasab-Flughafen in Oman.
Nie zuvor seit Beginn der Messungen sei es zum kühlsten Zeitpunkt eines Tages so warm gewesen. Während die Hitze am Flughafen in Oman aber möglicherweise noch ein wenig vom Flugverkehr getrieben sein könnte, herrschten im Tal des Todes am 12. Juli Rekordverhältnisse ohne den Einfluss menschlicher Bauten.
Auch tagsüber sei es dort an jenem Tag extrem warm gewesen: 53,3 Grad im Schatten wurden erreicht - das sei die zehnthöchste Temperatur, die jemals in den USA gemessen wurde. Auch die anderen neun Spitzenwerte des Landes wurden sämtlich im Tal des Todes gemessen; es liegt im Südwesten der USA an der Grenze von Kalifornien zu Nevada.
Wie eine Bratpfanne-Das Tal des Todes wirkt wie eine meteorologische Bratpfanne: Gebirgszüge umstellen es, so dass dort selten Wind weht. Regengüsse entladen sich an den Bergen. Sonnenstrahlen, die andernorts Energie einbüßen, wenn sie Wasser verdunsten oder von Wolken blockiert werden, knallen im Tal des Todes deshalb mit ganzer Kraft auf die Erde - sie erzeugen das hitzige Wüstenklima.
Andere Wüsten kühlen nachts oft aus; in der Sahara wurden sogar Minusgrade gemessen. Ohne Wolken und Luftfeuchtigkeit entweicht die Hitze, sobald die Sonne nicht mehr scheint. Anders im Tal des Todes: Selbst nachts bleibt es dort durchschnittlich 30 Grad warm.
Die höchste gemessene Temperatur im Tal des Todes erreichte tagsüber 56,7 Grad. Nur in der Wüste El Aziziyah in Libyen wurde mit 58 Grad jemals größere Hitze gemessen.
Allerdings zeigen Satellitendaten, dass es im Inneren großer Wüsten wohl noch heißere Orte gibt - dort stehen aber keine Messgeräte. In der Wüste Lut im Iran etwa war es Satellitendaten zufolge zeitweise wärmer als 70 Grad.