Minengefahr in Aserbaidschan bleibt eine schwere humanitäre Herausforderung - KOMMENTAR
Baku, 22. August, AZERTAC
Auch Jahre nach dem Ende des Krieges stellen die in den ehemals besetzten Gebieten Aserbaidschans verlegten Minen weiterhin eine ernste Gefahr für die Bevölkerung dar. Darauf wies der Abgeordnete des aserbaidschanischen Parlaments Tural Ganjaliyev gegenüber AZERTAC hin.
Seinen Angaben zufolge befinden sich in den von der armenischen Besatzung befreiten Gebieten schätzungsweise rund eine Million Minen und andere nicht explodierte Kampfmittel. Seit dem Ende des Krieges 2020 wurden durch Minenexplosionen nahezu 400 Menschen getötet oder verletzt.

Die Minen seien nicht nur entlang ehemaliger militärischer Stellungen, sondern auch in Wohngebieten, Dörfern und anderen zivilen Einrichtungen verlegt worden. Dadurch wird die Rückkehr der Bevölkerung in ihre Heimat erschwert und die Gefahr für Zivilisten bleibt bestehen.
Aserbaidschan führt umfangreiche Minenräumarbeiten aus eigenen Mitteln durch. Angesichts des Ausmaßes der Kontamination sei jedoch eine stärkere internationale Unterstützung erforderlich – sowohl finanziell und technisch als auch bei der Aufklärung über die Gefahren und der rechtlichen Aufarbeitung der Verbrechen.

Der Internationale Tag zum Gedenken an die Opfer des Terrorismus am 21. August biete zudem Anlass, die internationale Aufmerksamkeit auf die anhaltende Minengefahr in Aserbaidschan zu lenken.