Nasa-Animation zeigt Fieberkurve der Erde
Baku, den 4. Februar (AZERTAG). Unser Planet heizt sich immer schneller auf. Das vergangene Jahrzehnt war das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Und es soll noch heißer werden.
„Der Planet bekommt Fieber“, hieß es einmal. Die animierte Karte des Nasa Goddard Institute for Space Studies (Giss) in New York zeigt nun deutlich: Die Erde fiebert längst. Und das Quecksilber steigt weiter. Wenn auch nicht kontinuierlich, so ist doch ein deutlicher Trend zu erkennen: Neun der zehn wärmsten Jahre seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1880 lagen in den Jahren 1998 bis 2011. Den weltweiten Rekord halten die Jahre 2005 und 2010. Das vergangene Jahr rangiert auf Platz 9.
Die Karte basiert auf Daten von über 1000 Wetterstationen, Satellitenaufnahmen zur Bestimmung der Meeresoberflächentemperatur und Messungen von antarktischen Forschungsstationen. Ausgangswert war die lokale Durchschnittstemperatur an einem bestimmten Ort in den Jahren 1951 bis 1980. Alle auf der Animation in den Farben gelb bis rot eingezeichneten Flächen lagen in dem gegebenen Jahr über diesem Wert, alle in den Farben weiß bis blau eingezeichneten Flächen darunter.
Im Jahr 2010 lag die Durchschnittstemperatur weltweit 0,62 Grad Celsius über dem Basiswert, im Jahr 2011 waren es 0,51 Grad Celsius. Es wird also nicht jedes Jahr wärmer und die Temperaturen steigen erst recht nicht überall gleich hoch. Aufgrund der natürlichen Schwankungen des Klimas, schreibt die Nasa in einer Mitteilung, sei das auch gar nicht zu erwarten. Vielmehr rechneten die Forscher mit einer anhaltenden Erwärmung über die kommenden Dekaden.
Nicht nur die Nasa, auch das „Met Office Hadley Centre“ in Devon, Großbritannien und die amerikanische staatliche Klimabehörde, das „National Oceanic and Atmospheric Administration’s National Climatic Data Center“ in Asheville, North Carolina, seien zu ähnlichen Ergebnissen gekommen, heißt es in der Mitteilung des Giss.
„Wir wissen, dass der Planet mehr Energie absorbiert, als er abgibt“, sagt Giss Direktor James E. Hansen. Seit Beginn der Messungen im Jahr 1880 sei die Konzentration von Treibhausgasen in der Luft angestiegen. Besonders gelte das für den Kohlenstoffdioxidgehalt: Während er im Jahr 1880 noch bei 285 Teilen von einer Million (ppm) gelegen habe, erreiche er heute Werte von über 390 ppm.
CO2 und andere Gase wie etwa Methan oder Fluorchlorkohlenwasserstoff absorbieren die vom Boden abgegebene Infrarotstrahlung teilweise. Diese würde sonst ins Weltall entweichen. So aber wird die Strahlung gespiegelt und heizt die Erdoberfläche zusätzlich zum Sonnenlicht auf.