Neue Erkenntnisse über Tierwanderungen möglich
Baku, den 30. Mai (AZERTAG). Vom Nordpazifischen Blauflossen-Thunfisch ist bekannt, dass seine Kinderstube in japanischen Gewässern liegt, bevor er an die amerikanische Ostküste wandert. Madigan und sein Team verglichen die radioaktive Belastung von 15 Fischen aus Fängen vom August 2011 mit der von fünf Fischen gleicher Art von 2008 sowie fünf Gelbflossen-Thunfischen, die während ihres Lebenszyklus vor der amerikanischen Küste bleiben.
Nur im Blauflossen-Thunfisch von 2011 fanden sie Cäsium 134 - es müsse daher von der Reaktorkatastrophe in Japan stammen. Die Substanz kommt in der Natur nicht vor, sondern wird ausschließlich vom Menschen produziert. In den Jahren vor dem Fukushima-Unfall sei kein Cäsium-134 in den Pazifik gelangt.
Die Wissenschaftler plädieren dafür, diesen Nachweis der Radioaktivität zu nutzen, um mehr über andere weitwandernde Meereslebewesen wie Karettschildkröten, Dunkle Sturmtaucher und Lachshaie zu erfahren, die sich zeitweilig in japanischen Gewässern aufhalten.
Im Gegensatz zu anderen Verbindungen sinkt radioaktives Cäsium nicht schnell zu Boden, sondern verbleibt für längere Zeit im Wasser. Fische nehmen es über ihre Kiemen auf, oder indem sie bereits belastete Organismen fressen, sagte Studienleiter Madigan. Er glaubt, dass in Thunfischen vor der japanischen Küste insbesondere die Konzentrationen von Cäsium-134 nach dem Reaktorunfall deutlich erhöht waren - vermutlich 40 bis 50 Prozent höher als normal.
Doch auch das relativiere sich schnell: Cäsium-134 hat eine Halbwertszeit von zwei Jahren. Die Substanz werde von Blauflossen-Thunfisch ständig ausgeschieden. Außerdem werde die Verbindung durch das Wachstum der Tiere in deren Körpern zusätzlich verdünnt.