Nun ist Armenien eine „nukleare Bedrohung“ für die Region
Baku, den 20. April (AZERTAG) Das armenische Kernkraftwerk Metsamor, das eine ähnliche Technologie wie das Kernkraftwerk Chernobyl besitzt und gleich an der türkischen Grenze in Betrieb ist, bildet nicht nur für Aserbaidschan, sondern für alle Länder der Region eine Bedrohung. Diese Gefahr und die damit zusammenhängenden Befürchtungen scheinen auch innerhalb der nächsten zehn Jahre weiter zu bestehen.
Nach den Berichten der armenischen Presse soll sich die armenische Regierung für das Betreiben des Kernkraftwerks für weitere 10 Jahre beschlossen haben.
Wegen den über 150 Unfällen im Kernkraftwerk Metsamor innerhalb von zehn Jahren, nachdem es nach den Standarten der Internationalen Agentur für Atomenergie (IAEA) geöffnet wurde, steht nun das Kernkraftwerk hinsichtlich der Sicherheit unter den 146 Kernkraftwerken in der Welt an der letzten Reihe.
Das Kernkraftwerk Metsamor wurde 1988 nach dem Erdbeben in der armenischen Region Spitak geschlossen. Trotz aller Risiken des Kernkraftwerkes für sich selbst, die Türkei und andere Länder der Region wurde der zweite Block des Werkes, der ein neues Erdbeben nicht ertragen könnte, 1995 wieder in Betrieb genommen. Obwohl der Bau von Kernkraftwerken in den Erdbebenregionen, die eine Erdbebenwahrscheinlichkeit mit der Starke 5 und höher auf der Richterskala besitzen, den internationalen Standarten nach untersagt ist, setzt das Kernkraftwerk Metsamor, das sich auf der Gesteinspalte des Berges Agri befindet und eine Erdbebenregion der ersten Stufe ist, seine Tätigkeit fort.
Zudem stand in den armenischen Medien, dass die Vorbereitungen für die Schlieβung des Kernkraftwerkes Metsamor bereits getroffen worden sind, dass die Schlieβung des Kraftwerkes bis 2016 vorgesehen ist, dass dieser Prozess zu teuer sein wird und dass nun seine erste Phase auf 44 Millionen USD steigen wird.
Dieser letzte Vorstoβ Armeniens wird als eine „Taktik für Zeitgewinnung“ bewertet, womit man die Initiative für die Schlieβung des Kernkraftwerkes Metsamor behindern will. Die armenische Regierung ist schlau wie immer und sagt nicht „Sie will nicht schlieβen“. Sie sagt, dass sie noch 10 Jahre betreiben will, dadurch, dass sie Sicherheitsmassnahmen erhöht. Sie sagt, man müsse allein für die erste Phase 44 Millionen USD bezahlen, wenn man will, dass man es schlieβt!
Auβerdem fällt bei den Erklärungen der armenischen Regierung auf, dass der Begriff „Erhöhung der Sicherheitsmassnahmen“ unklar ist. Jerewan redet nicht von der Gewährung eines neuen Sicherheitssystems, sondern sie redet vielmehr von der Erneuerung des ohnehin veralteten System. Dies bedeutet, dass die Änderungen im Kernkraftwerk Metsamor, das über ähnliche Technologie wie das Kernkraftwerk Chernobil verfügt, nicht anders sein werden als Scheinretusche.
Auf der anderen Seite wurde zwischen der armenischen Regierung und der EU in 1999 in Brüssel ein Abkommen über die Schlieβung des Kernkraftwerkes Metsamor unterzeichnet. Zudem hat sich Armenien während des Beitritts dem Europäischen Rat am 25. Januar 2001 verpflichtet, das Kernkraftwerk Metsamor bis 2004 zu schlieβen. Armenische Regierung hat jedoch trotz ihrer Verpflichtung dies nicht getan. Sie hat sogar die Produktion des Stroms erhöht, dadurch, dass sie die Strommängel als Grund dafür angab.
Die armenischen Zuständigen sagen nun, dass sie das Kraftwerk mindestens bis 2016 in Betrieb halten werden. Somit bestätigen sie, dass sie ihrer Verpflichtungen nicht nachkommen.
Wenn man aus diesem Gesichtspunkt sieht, ist es zu bezweifeln, dass ein Land, das seiner Verpflichtungen gegenüber der internationalen Gemeinschaft nicht nachkommt und genau das Gegenteil tut, seiner Verpflichtung über die Erweiterung der Sicherheitsmaßnahmen im Metsamor nachkommt. Zudem ist es unersichtlich, was man mit der Aussage „die Entwicklung der Sicherheitsmassnahmen“ meint.
Auf der anderen Seite liegt das Kernkraftwerk Metsamor 16 km von Igdir und 40 km von Jerewan entfernt, obwohl die Kernkraftwerke mindestens 90 km von den Wohngebieten entfernt liegen müssen. Das heiβt, wenn im Kraftwerk irgend ein Unfall oder eine Ausströmung vorkommt, werden die Gebiete der Türkei im Osten und Südosten der Nuklearwolke ausgesetzt sein.
Egal welche Vorkehrungen armenische Behörden treffen werden, das Befinden eines Atomkraftwerkes in einer Siedlung birgt auch “nukleare Gefahren” in sich.
Für die Abkühlung des Kraftwerkes wird aus den Flüssen Arpacay und Aras Wasser entnommen. Nach dem Abkühlverfahren wird das bestrahlte Wasser erneut in den Fluss zurückgeführt. Der Zuwachs an Krebserkrankungen, Verunstaltungen von Obst und Gemüse, Todes - oder Behindertengeburten vor Ort sind oftmals auch der Grund dafür.
Auch wenn das Sicherheitssystem von Metsamor komplett erneut werden sollte, so muss die armenische Regierung sowohl den Vorgang revidieren als auch neue Vorkehrungen treffen das Atomkraftwerk aufgrund seiner Nähe zu den Siedlungsgebieten auf einen anderen Ort verlegen.
Andererseits stellt das Atomkraftwerk Metsamor nicht nur für die Aserbaidschan ein Problem dar, sondern auch für die umliegenden Länder wie die Türkei, Georgien, die Aserbaidschanische Autonome Republik Nachitschewan sowie Iran und für die Menschen dort.
Vor allem das Erwähnen in den georgischen Nachrichten über ein mögliches Unglück in Metsamor und die direkte Beeinflussung Georgiens lassen Unruhen zum Vordergrund treten.
Den georgischen Nachrichten zufolge herrsche zurzeit in dem Atomkraftwerk ein Brennstoffmangel. Die georgischen Behörden hätten erklärt, dass der für das Atomkraftwerk benötigte nukleare Brennstoff bis zum 15. September 2005 bereitgestellt werden soll. Der aus Russland kommende Brennstoff würde über Georgien nach Armenien gelangen. Der Transport würde sogar über den Luftweg ablaufen, wovon den georgischen Behörden keine offizielle Mitteilung gemacht würde. Die georgische Presse macht deshalb darauf aufmerksam, da diese Themen eine gewisse Gefahr in sich bergen.
Armenien beachtet nicht die Gesundheit der Menschen und richtet sich nicht nach den internationalen Grundsätzen im technischen Bereich, indem es sich gegen die Schlieβung des Atomkraftwerkes stellt. Leider hat Armenien noch keine Veröffentlichung gemacht, die die Besorgnis der Nachbarländer vermindern könnte.
Armenien, das mit seiner gewaltsamen und bedrohlichen Haltung vor Ort Unruhe anstiftet, ist nun mit seiner Unsensibilität und nicht Konsensfähigkeit in Bezug auf Metsamor auf dem guten Weg „die Basis einer nuklearen Gefahr“ vor Ort zu werden.
Premierminister Aserbaidschans Artur Rasizade, der ebenfalls an dem in Kiew abgehaltenen Gipfeltreffen gewidmet dem 25. Jahrestag der Reaktorkatastrophe im Atomkraftwerk Tschernobyl teilnahm, wies darauf hin, dass die Weltgemeinschaft die Schließung des Kernkraftwerks Metsamor sich zu einer dringenden Aufgabe machen muss. Premierminister von Aserbaidschan Artur Rasizade forderte die internationale Gemeinschaft dazu auf, die gerechte Forderung Aserbaidschans und anderer Länder der Region auf die Schließung des Kernkraftwerks Metsamor in Armenien zu unterstützen.