Opfer-Aussagen im Prozess gegen Ruben Vardanyan VIDEO
Baku, 26. August, AZERTAC
Der Prozess im Strafverfahren gegen den armenischen Staatsbürger Ruben Vardanyan, der wegen Folter, Söldnertätigkeit, Terrorismus, Terrorismusfinanzierung und anderer Straftaten gemäß dem Strafgesetzbuch der Republik Aserbaidschan angeklagt ist, wurde am 19. August fortgesetzt.
Die Gerichtsverhandlungen fanden unter Vorsitz von Richter Zeynal Aghayev am Militärgericht von Baku statt. Dem Richterkollegium gehörten außerdem Jamal Ramazanov und Anar Rzayev an. Günel Samadova fungierte als Ersatzrichterin. Der beschuldigten Person wurden ein Dolmetscher und ein Anwalt ihrer Wahl für seine Verteidigung zur Verfügung gestellt.
Vor der Befragung erläuterte Richter Zeynal Aghayev den Opfern und erstmals am Verfahren beteiligten Rechtsnachfolgern ihre Rechte und Pflichten.
Anschließend wurden vor Gericht die Aussagen der rechtlichen Nachfolger der Geschädigten sowie der geschädigten Personen angehört.
Der Rechtsnachfolger der geschädigten Person Gasim Mammadhasanov – sein Vater Bilal Mammadhasanov – erklärte in seiner Aussage, sein Sohn sei in Chodschali durch Gewehrfeuer getötet worden, das von Resteinheiten der armenischen Armee und illegalen armenischen bewaffneten Gruppen abgegeben wurde.
Im Anschluss an die Frage des Staatsanwalts Fuad Musayev gab der Rechtsnachfolger der geschädigten Person Rizvan Ahmadov – seine Mutter Mekke Ahmadova – an, ihr Sohn sei in der Stadt Chodschali durch feindlichen Beschuss ums Leben gekommen.
Der Rechtsnachfolger der geschädigten Person Tural Seyidov – seine Mutter Farida Seyidova – erklärte, der Sohn sei in Chodschali bei Detonation einer Mine ums Leben gekommen, während er einen Lkw der Marke “KamAZ” fuhr.
Der Rechtsnachfolger der geschädigten Person Ramin Huseynov – Gulbeniz Emiraslanova – gab auf Fragen des Assistenten des Generalstaatsanwalts für besondere Aufgaben, Tugay Rahimli, an, ihr Sohn sei in Aghdara infolge einer Provokation durch Resteinheiten der armenischen Armee und bewaffneter Gruppen getötet worden.
Der Rechtsnachfolger der geschädigten Person Aser Mammadov – sein Vater Mustafa Nematov – betonte, sein Sohn sei in Zangilan durch Schusswaffen (Scharfschütze) des Feindes getötet worden.
Der Rechtsnachfolger der geschädigten Person Mammad Mardanov – sein Vater Aladdin Mardanov – erklärte, sein Sohn sei auf eine Panzerabwehrmine gestoßen und ums Leben gekommen.
Der Rechtsnachfolger der geschädigten Person Ilham Schamsiyev – Schahmar Schamsiyev – sagte, sein Bruder sei in Aghdara aufgrund einer Provokation des Feindes getötet worden.
Der Rechtsnachfolger der geschädigten Person Ali Tagiyev – Said Taghizade– gab an, sein Bruder sei in Aghdam durch Scharfschützenfeuer getötet worden, das von Resteinheiten der armenischen Armee und illegalen bewaffneten Gruppen abgegeben wurde.
Der Rechtsnachfolger der geschädigten Person Mirzaali Mirzazade – sein Vater Kamran Mirzayev – sagte aus, sein Sohn sei in Aghdara infolge einer feindlichen Provokation ums Leben gekommen.
Der Rechtsnachfolger der geschädigten Person Nail Suleymanli – sein Vater Safer Suleymanov – gab an, sein Sohn sei in Khankendi durch eine Provokation des Feindes getötet worden.
Der Rechtsnachfolger der geschädigten Person Royal Beydiyev – sein Vater Nasib Beydiyev – erklärte auf Fragen des stellvertretenden Generalstaatsanwalts Vusal Aliyev, sein Sohn sei in Chodschawänd infolge einer Provokation durch Resteinheiten der armenischen Armee und bewaffneter Gruppen ums Leben gekommen.
Der Rechtsnachfolger der geschädigten Person Kenan Aghayev – sein Vater Vahid Aghayev – betonte, sein Sohn sei in Chodschawänd durch einen feindlichen Scharfschützenschuss getötet worden.
Der Rechtsnachfolger der geschädigten Person Vusal Schahriyarov – sein Vater Tabiyyat Schahriyarov – sagte, sein Sohn sei in Chodschali infolge einer Provokation durch Resteinheiten der armenischen Armee und illegaler bewaffneter Gruppen ums Leben gekommen.
Die geschädigte Person Vurgun Gulmammadov berichtete, er sei in der Region Aghdara durch feindliches Scharfschützenfeuer am Oberschenkel und Becken verletzt worden.
Ahlam Mammadov erklärte, in der Region Latschin sei eine Artilleriegranate des Feindes explodiert, bei der Omer Schirinov ums Leben kam; er selbst, Faig Jafarov und andere Personen haben Verletzungen unterschiedlichen Schweregrads erlitten.
Geschädigter Royal Mammadov gab an, in der Region Aghdara, nahe Janyatag, sei er durch die Explosion einer in der Nähe eingeschlagenen Artilleriegranate von Resteinheiten der armenischen Armee bzw. bewaffneter Gruppen verletzt worden; zur gleichen Zeit sei Emin Garayev getötet worden.
Sabutay Agabaghirow gab an, in der Region Aghdara sei eine Artilleriegranate des Feindes explodiert; er selbst sowie seine Begleiter Ali Heydarov, Samir Karimov, Schamchal Gasimov, Jeyhun Abbasov, Tural Guliyev, Iskander Huseynov und Alizamin Ismayilov seien verletzt worden.
Die geschädigte Person Ulvi Hasanov führte aus, er sei in Richtung Aghdam durch Beschuss des Feindes am linken Unterleib verletzt worden; zur gleichen Zeit seien Royal Mammadov und Murad Eyubov getötet worden.
Ehtiram Allahyarov gab an, in der Region Chodschali sei er durch Schusswaffen von Resteinheiten der armenischen Armee bzw. bewaffneter Gruppen verletzt worden; bei der Provokation seien Ramil Rzayev und Sergey Heybatov ums Leben gekommen.
Die geschädigte Person Ali Jafarli sagte, auf der Rückfahrt von der Region Aghdara in Richtung Aghdam sei er durch Granatsplitter und eine Schädel-Hirn-Traumata verletzt worden, verursacht durch Artilleriefeuer des Feindes.
Elschan Zarbaliyev erklärte, dass das von ihm gesteuerte Fahrzeug im Dorf Papravend in der Region Aghdam durch feindlichen Artilleriebeschuss getroffen worden sei und er dabei verletzt wurde.
Vusal Latifov berichtete, bei einer feindlichen Provokation in der Region Aghdara seien Emin Abbaszade und Ulvi Mikayilov ums Leben gekommen; er selbst sei verletzt worden.
Geschädigter Sarchan Karimli erklärte, in der befreiten Region Jabrayil sei er durch die Explosion einer vom Feind installierten Handgranate verletzt worden.
Avezagha Abdullazade sagte, nördlich zwischen der Region Aghdara und der Stadt Khankandi, im Gebiet von Narinjlar, sei eine vom Feind geworfene „F1“-Handgranate explodiert; er sei dabei verletzt worden, ebenso acht weitere Personen.
Die weiteren geschädigten Personen Vatan Verdiyev, Ilkin Ibrahimov, Schamchal Gasimov, Emin Jafarov, Vaseh Eyvazov, Amrah Aliyev, Schaig Yediyarov und Schirkhan Mustafayev gaben an, in Richtung Aghdara durch Provokationen des Feindes verletzt worden zu sein.
Ramil Allahyarov, Samir Mirzayev, Elvin Mammadov, Revan Schafizade und Imran Bayramov berichteten, im Gebiet Kelbadschar durch feindliches Feuer verletzt worden zu sein.
Die weiteren Geschädigten Vasif Mammadov, Rustam Ismayilov, Togrul Nejizade, Altay Ahadov, Rajabali Mirzazade, Raschad Hudulov, Eltaj Khalilov, Elchan Mammadzade, Parvin Safarov und Sahib Baghirov erklärten, in Richtung Chodschali durch feindliches Feuer verletzt worden zu sein.
Eldar Abbasov sagte, in der Stadt Khankendi sei eine Drohne des Feindes in seine Nähe eingeschlagen; sein Begleiter Seymur Schabiev sei getötet worden; er selbst sowie Gismet Schukurov, Vurgun Sayilov, Vusal Huseynov und Nasimi Alakberov seien verletzt worden.
Geschädigter Gahraman Ismayilov berichtete, in Chodschawänd sei ihre Position zuerst durch Raketen, dann durch weitere Waffen bombardiert worden; er selbst sei an verschiedenen Körperregionen verletzt worden, und Vusal Rustamov, Elvin Aliyev und Alibey Alibeyov seien getötet worden.
Rufat Salimov sagte, im Gebiet der Ortschaft Asgaran (Region Chodschali) sei er durch Feuer von Resteinheiten der armenischen Armee bzw. illegaler bewaffneter Gruppen verletzt worden; auch Azad Allahverdiyev, der bei ihm war, sei verletzt worden.
Geschädigter Jeyhun Asgarov gab an, in der Region Aghdara sei ein als Rettungswagen getarnter Wagen mit großkalibriger Munition beschossen worden; dabei seien er und der dortige Mediziner Yasin Guluzade verletzt worden.
Tahir Zeynalov, Elsavar Karimov, Gismst Schukurov (Khankendi), Hazar Bandaliyev, Dunyamin Azizov (Chodschawänd), Samir Zamanov, Abulfaz Malikov, Ali Babayev, Parvin Ahmadli und Zakir Jabrayilov (Aghdam) erklärten, in den jeweiligen Richtungen durch feindliches Feuer verletzt worden zu sein.
Weitere Geschädigte – Sirus Galalli, Umud Aliyev, Nemat Asgarov, Kamran Muradov, Famil Huseynov, Alim Gulmaliev, Vugar Yusifov, Ilyas Sadigov, Rovschan Jafarov und Ehtibar Abasguliyev – gaben an, durch Provokationen des Feindes verletzt worden zu sein.
Anschließend wurden in der Gerichtsverhandlung die Expertise der gerichtsmedizinischen Untersuchung zu den geschädigten Personen verlesen.
Die nächste Gerichtssitzung ist für den 2. September angesetzt.
Dem armenischen Staatsbürger Ruben Vardanyan werden zahlreiche schwere Verbrechen vorgeworfen, darunter Kriegsverbrechen, Terrorismus und vorsätzliche Tötung. Zu den zentralen Anklagepunkten gehören die Planung und Durchführung eines Angriffskrieges, Zwangsumsiedlung und Verfolgung von Zivilisten, Entführung und Freiheitsberaubung, sowie Folter und Söldnertätigkeit. Darüber hinaus wird ihm die vorsätzliche Tötung in mehreren Fällen sowie versuchter Mord vorgeworfen. Weitere Anklagen betreffen illegale wirtschaftliche Aktivitäten, Terrorismus und dessen Finanzierung, Gründung krimineller und bewaffneter Gruppen, sowie illegale Waffen- und Sprengstofflagerung. Auch das Überqueren der aserbaidschanischen Grenze ohne Genehmigung und Handlungen, die die Luftsicherheit gefährden, gehören zu den Vorwürfen.