Rossby-Welle erreicht Europa -Wintereinbruch erst im Januar
Baku, 16. Dezember, AZERTAC
Rossby-Wellen sind großflächige Wellenbewegungen, die sowohl in der Atmosphäre als auch im Ozean vorzufinden sind. Das Phänomen wird auch als lange Wellen oder planetarische Wellen bezeichnet. In der Meteorologie steht es mit dem Begriff der Polarfront in Zusammenhang, einer Grenzfläche zwischen Polarluft und subtropischer Luft, die sich permanent in Rossby-Wellen verschiebt.
Eine planetarische Druckwelle bildet sich aus, die langsam von Osten nach Westen einmal um die Welt zieht. Es handelt sich dabei um eine Rossby-Welle, genauer um eine Branstator-Kushnir-Rossby-Welle. Dieses Phänomen tritt auf der Nordhalbkugel nur im Winter auf.
Diese Druckwelle startet ungefähr bei Grönland und wandert über Alaska und Sibirien wieder nach Europa. Für ihren Weg braucht die Rossby-Welle mehrere Wochen. Dabei wird die Welle vom aktuellen Wetter überlagert und ist damit nicht immer sofort sichtbar. Im Hintergrund bewegt sie sich aber kontinuierlich weiter nach Westen. Dadurch wandert auch ein kräftiges Hochdruckgebiet immer weiter nach Westen.
Mitte Dezember ist die Rossby-Welle im Osten Europas angekommen. Doch noch befinden sich die Hochdruckgebiete weit im Osten und Südosten, wodurch der Jetstream und die Tiefdrucksysteme vom Atlantik freie Bahn nach Westeuropa haben.
Dadurch, dass das kräftige Hochdruckgebiet, das an der Rossby-Welle hängt, so langsam wandert, kann es nicht mehr rechtzeitig den Jetstream blockieren und dadurch weiße Weihnachten ermöglichen. “Ein kräftiges Hoch über den Britischen Inseln könnte die Westwinde des Jets blockieren und Polarluft hätte freie Bahn nach Europa“, sagte Jan Schenk, Meteorologe bei The Weather Channel. Leider zeichnet sich diese Winterwetterlage erst im Januar ab.
Man kann bereits in den Wettermodellen erkennen, wie die Hochdruckgebiete immer weiter im Westen auftauchen. Ab Anfang Januar wird es spannend. Dann erreicht das Hochdruckgebiet erst Skandinavien und schließlich die Britischen Inseln. Dann kommt es zur Blockade des Jets und der Westwinde und kalte, arktische Luft kann von Norden nach Mitteleuropa fließen. “Wann genau das passieren wird ist noch nicht klar, aber spätestens Mitte Januar rechne ich mit neuer Kaltluft, vielleicht auch mit Schnee“, sagt Schenk.