Rumänische Zeitung "Adevărul": Wasserstand des Kaspischen Meeres sinkt drastisch
Bukarest, 23. August, AZERTAC
Die rumänische Zeitung „Adevărul“ schreibt, dass das Kaspische Meer in den letzten Jahrzehnten rapide austrocknet und dieser Prozess bereits ernsthafte Auswirkungen auf die Wirtschaft der Anrainerstaaten sowie auf das ökologische Gleichgewicht der Region hat. In dem Artikel wird darauf hingewiesen, dass der Meeresspiegel in den letzten 5 Jahren um 93 Zentimeter, in den letzten 10 Jahren um 1,5 Meter und in den letzten 30 Jahren um 2,5 Meter gesunken ist. Derzeit beträgt die jährliche Abnahmerate 20–30 Zentimeter.
Laut der Zeitung gibt es unterschiedliche Standpunkte zur Ursache des sinkenden Wasserstandes. Einige Experten machen die von Russland gebauten Dämme am Fluss Wolga dafür verantwortlich, dass weniger Wasser ins Kaspische Meer gelangt. Russland hingegen weist diese Behauptungen zurück und nennt Klimawandel, abnehmende Niederschläge und steigende Verdunstung als Hauptursachen.
„Adevărul“ berichtet, dass die Austrocknung des Meeres zu einem drastischen Rückgang der Laichgebiete von Stören sowie der Fortpflanzungsgebiete der Kaspischen Robben führt. Nach Berechnungen von Fachleuten sind etwa 45 % der Laichgebiete der Störe bereits verloren gegangen. Es wird geschätzt, dass 80–100 % der Fortpflanzungsgebiete der Kaspischen Robben in den kommenden Jahrzehnten verschwinden könnten.
Laut Prognosen von Wissenschaftlern könnte der Wasserstand des Kaspischen Meeres bis zum Ende dieses Jahrhunderts um 8 bis 21 Meter sinken. Dies würde sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch gravierende Folgen für die Länder der Region haben.