So ein Spektakel gibt's erst wieder in 51 Jahren
Baku, den 8. Oktober (AZERTAG). Astronomen erwarten am Samstag Abend bis zu 600 Sternschnuppen pro Stunde. Der Blick in den Himmel lohnt sich: Das nächste derartige Spektakel kommt erst im Jahr 2062.
Hätte die Erde einen Scheibenwischer, würde man ihn am Sonnabend einschalten. Der Globus rast durch die Ausläufer einer gewaltigen interplanetare Staubwolke: die „Draconiden“, die von ihrem „Ursprungskometen“ hinter sich hergezogen werden.
Mit ihm, einem zwei Kilometer starken Himmelsgeschoss mit dem Namen „21P/Giacobini-Zinner“, werden wir nicht in Berührung kommen. Wohl aber - jedenfalls unsere Atmosphärenhülle - mit vielen winzigen Partikeln jener Wolke. Sie werden durch die dabei entstehende Reibung bei 2500 Grad verglühen, und dabei aufleuchten.
Den zentralen Bereich dieser Wolke wird die Erde in einer Entfernung von nur 200.000 Kilometern passieren, gerade mal etwas mehr als die Hälfte der Entfernung zum Mond. Genügend Teilchen dürften daher von der irdischen Masse angezogen werden. Deshalb werden wir sie auch mit etwas Glück massenhaft sehen können, als einen dichten Schauer von Sternschnuppen.
Die Astronomen rechnen mit bis zu 600 solchen rasenden Leuchtpunkten pro Stunde am nächtlichen Himmel, am meisten um etwa 22.00 Uhr. Zu beobachten in westnordwestlicher Richtung, ausgehend vom „Kopf“ des Sternbildes Drachen, etwas unterhalb des kleinen Bären.
Die Chancen, das Schauspiel verfolgen zu können, stehen im wolkigen Süddeutschland, besonders im bedeckten Südwesten, ausgesprochen schlecht. Im Norden dagegen, etwa ab der Höhe von Hannover, könnte es nach der Wettervorhersage vom Freitag pünktlich zur fraglichen Zeit komplett aufklaren. Nur der recht volle Mond dürfte hier durch seine „Lichtverschmutzung“ am Himmel die Sicht ein wenig einschränken.
Die Zeit von Spätsommer und Herbst ist die Hochsaison der Sternschnuppen. Bekanntere, regelmäßig wiederkehrende größere Ansammlungen haben ihren eigenen Namen, nach dem Sternbild, aus dem sie - scheinbar, von der Erde aus betrachtet - hervorströmen und über das Firmament jagen.