So leuchtet der Norden
Baku, den 18. Februar (AZERTAG). Die Nacht, die Lichter - wenn Gäste des Wissenschaftlertreffens AAAS in Vancouver in den Himmel schauen, können sie auf spektakuläre Leuchterscheinungen hoffen. Zumindest aus dem All sind die Polarlichter gut zu sehen, wie das Foto eines Astronauten beweist.
Die jährlichen Treffen der „American Association for the Advancement of Science“ (AAAS) sind akademische Großereignisse. Zur aktuellen Auflage haben sich gerade rund 7000 Forscher und noch einmal 700 Journalisten im kanadischen Vancouver versammelt. Normalerweise geht es bei dem Kongress nur in zweiter Linie darum, die neuesten Ergebnisse aus den Labors rund um den Globus vorzustellen. Wichtiger ist, dass Experten aus verschiedenen Disziplinen miteinander ins Gespräch kommen.
Wenn sie Glück haben - und ein bisschen außerhalb der Großstadt wohnen - dann können sich die angeregt plaudernden Konferenzteilnehmer in diesen Tagen vielleicht auf ein besonderes Schauspiel freuen. Am Himmel über der Gastgeberregion waberten zuletzt immer wieder Polarlichter. Das Bild zeigt eines von ihnen - und die nächtlichen Städte Vancouver und Seattle am unteren Bildrand.
Die Aufnahme stammt von einem Besatzungsmitglied der Internationalen Raumstation (ISS). Welches der Crew-Mitglieder zur Kamera gegriffen hat, gibt die US-Raumfahrtbehörde Nasa traditionell nicht preis.
Polarlichter sind meistens nur in höheren Breiten zu sehen, etwa ab 60 Grad Nord beziehungsweise Süd. Vancouver liegt allerdings auf 49 Grad Nord und damit für Polarlichtbeobachtung sehr weit im Süden. Nach starken Sonnenstürmen sind die Leuchterscheinungen manchmal aber auch außerhalb der Polargebiete zu sehen.
Das Schauspiel entsteht nämlich, wenn geladene Teilchen des Sonnenwindes auf die äußeren Schichten der Erdatmosphäre treffen. Deswegen sorgt auch ein stärkerer Teilchenstrom oft für mehr Polarlichter. Die Web-Seite Spaceweather.com meldete zuletzt allerdings auch einen Anstieg der Leuchtphänomene, ohne dass zuvor ein starker Sonnensturm nachweisbar gewesen wäre.
Am Dienstag und Mittwoch habe es einen überraschenden Ausbruch von Polarlichtern gegeben. Mancher Astro-Fan habe von den besten Beobachtungsmöglichkeiten seit Monaten geschwärmt. „Manchmal überrascht uns der Himmel einfach“, erklärte der Astronom Tony Phillips.