Spuren von Erdöl und Geschichte: Das Hausmuseum der Nobel-Brüder VIDEO
Baku, 5. Februar, Gülay Nazarova, Tofig Babayev, AZERTAC
Das Hausmuseum der Nobel-Brüder befindet sich in der Stadt Baku, im Bezirk Khatai am 8.-November-Prospekt.
Das in den Jahren 1882–1884 erbaute Haus der Nobels ist seit 2008 als Museum in Betrieb. Das Gebäude besteht aus zwei Stockwerken. Im ersten Stock befindet sich das Museum, im zweiten Stock sind der Baku Nobel Ölklub und ein Businesszentrum untergebracht. Das Interieur des Gebäudes ist im schlichten europäischen Stil gestaltet, jedoch ist ein Raum im orientalischen Stil entworfen. Die Hälfte der hier befindlichen Gegenstände gehört der Familie Nobel, die andere Hälfte wurde auf der Grundlage historischer Materialien mit finanzieller Unterstützung des verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden der Nobel-Erbe-Stiftung, Toghrul Baghirov, angefertigt.
Toghrul Baghirov war neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit auch für seine wohltätige Mission bekannt. Im Jahr 2003 gründete er gemeinsam mit der Nobel-Familien-Gesellschaft, die die Erben der Brüder Nobel vereint, den Baku-Nobel-Erbe-Fonds (BNEF). Der in Stockholm beim Nobelstift registrierte BNEF ist im Bildungsbereich tätig und verwirklicht Nobel-Projekte in den Bereichen Technologieinnovationen, Wissenschaft, Kultur und Bildung.
Das Gebäude mit dem Namen „Villa Petrolea“ ist das einzige Hausmuseum der Nobel-Brüder außerhalb Schwedens. Das gesamte Interieur verfügt über eine reiche Ausstattung. Aus Sankt Petersburg wurden Gemälde sowie Bücher für die Bibliothek gebracht, die Räume wurden mit teuren Teppichen ausgelegt, die von aserbaidschanischen und iranischen Teppichknüpfern gewebt wurden. Bis zum Jahr 1920 befand sich das Gebäude im Besitz der Nobel-Brüder. Bevor es ein Hausmuseum wurde, diente es zunächst als Krankenhaus und später als Kinderheim. Zusätzlich zu den eigenen Gegenständen des Hauses wurden dem Museum auch Exponate aus den Häusern der Nobels in Sankt Petersburg und in Schweden gebracht.
Die Ankunft der Nobel-Brüder im Land sowie ihre Investitionen, die bedeutende Verdienste für die Entwicklung der Erdölindustrie Bakus hatten, gelten als ein bemerkenswertes Ereignis. Diese aus Nordeuropa stammenden Erdölmagnaten haben im wirtschaftlichen Leben Aserbaidschans tiefe Spuren hinterlassen, und dieses Erbe lebt bis heute in den Exponaten des Museums weiter.