Türkischer Journalist: Armeniens harte Rhetorik führt zu wachsender Isolation
Baku, 4. Dezember, AZERTAC
Der türkische Journalist Zeki Gümüş kritisierte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur AZERTAC die zunehmenden autoritären Tendenzen in Armenien. Menschenrechtsverletzungen, politische Repressionen, die Ausschaltung der Opposition, Einschränkungen der Medien- und Religionsfreiheit sowie ein systematischer Druck auf Zivilgesellschaft und Kirche seien inzwischen fester Bestandteil der Regierungsführung. Diese Entwicklungen hätten historische Wurzeln und hätten sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft.
Gümüş führt zudem Armeniens strukturelle Probleme – geringe Bevölkerungszahl, Migration, fehlende Ressourcen und wirtschaftliche Schwäche – als zentrale Ursachen für politische Instabilität und staatliche Härte an. Der anhaltende Konfliktkurs gegenüber den Nachbarn, insbesondere gegenüber Aserbaidschan und der Türkei, verschärfe die Lage zusätzlich. Harte politische Rhetorik und fehlende Dialogbereitschaft würden das Land zunehmend isolieren und wirtschaftlich weiter schwächen.
Der Journalist wirft dem Westen zudem doppelte Standards vor: „Menschenrechtsverletzungen in Armenien würden aufgrund geopolitischer Interessen weitgehend ignoriert. Eine nachhaltige Verbesserung sei nur möglich, wenn Armenien konstruktive Beziehungen zu seinen Nachbarn aufbaue und innenpolitisch Reformen einleite.“