Was die Erde ohne Eis wäre
Baku, den 10. Oktober (AZERTAG). Es war eine Veränderung von ungeheurer Tragweite: Schon einmal - vor 56 Millionen Jahren - verwandelte der Klimakiller Kohlenstoff unseren Planeten in ein Treibhaus. Mehr als 150.000 Jahre dauerte es, bis diese Fieberepoche vorüber war. Lernen wir daraus, oder verheizen wir die Zukunft?
Die Erde hat das alles schon einmal durchlitten. Es war nicht das Klimafieber unserer Tage, denn die Welt sah noch ganz anders aus, als eine Veränderung von ungeheurer Tragweite sie vor 56 Millionen Jahren heimsuchte. Schon vor den Ereignissen, von denen hier die Rede sein wird, war es auf der Erde viel wärmer als heute. Als aber das Eozän die Epoche des Paläozäns ablöste, sollte es noch heißer werden - schnell und radikal. Diese Fieberperiode wird in der Wissenschaft als Paläozän/Eozän-Temperaturmaximum, kurz PETM, bezeichnet.
Die Ursache war ein gewaltiger Ausstoß von Kohlenstoff, der nach geologischen Maßstäben sehr plötzlich geschah. Wie viel Kohlenstoff in die Atmosphäre gelangte, ist nicht genau geklärt. Schätzungen zufolge entsprach es der Menge, die heute in die Luft geblasen würde, wenn die Menschen sämtliche Kohle-, Öl- und Erdgasvorräte verbrennen würden. Es dauerte mehr als 150.000 Jahre, bis der Kohlenstoff wieder abgebaut war. Dürre, Fluten und Insektenplagen überzogen den Planeten, Arten starben aus, das Leben veränderte sich drastisch. Der Mensch selbst ist ein Ergebnis dieser vom Kohlenstoff befeuerten Evolution. Und wir sind nun dabei, das Experiment zu wiederholen.