Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Wasserknappheit droht einem Viertel der Weltbevölkerung

Wasserknappheit droht einem Viertel der Weltbevölkerung

Baku, 7. August, AZERTAC

Was es bedeutet, wenn Wasser zum Luxusgut wird. Die Wasserknappheit droht einem Viertel der Weltbevölkerung. Im April 2018 stand Südafrikas Hauptstadt kurz vor dem "Day Zero", also dem Augenblick, wenn die Leitungen keinen Tropfen mehr hergeben und den Einwohnern das Wasser abgedreht werden muss. Inzwischen sind die Dämme in der Region wieder recht gut gefüllt, weitere Dürren werden aber wahrscheinlich nicht lange auf sich warten lassen.

Der Thinktank "World Resource Institute" (WRI) hat untersucht, wie es um die Wasserressourcen in 189 Staaten steht und dazu Daten aus den Jahren von 1960 bis 2014 ausgewertet. Nicht nur in Kapstadt ist die Lage demnach dramatisch.

Ein Viertel der Weltbevölkerung lebt in Regionen, denen Wassermangel droht, berichten die Forscher in einer aktuellen Auswertung. Besonders stark betroffen sind demnach Staaten im Nahen Osten und Nordafrika, in denen es ohnehin sehr trocken ist. Am schlimmsten ist die Lage laut Auswertung in Katar, Israel und im Libanon.

Insgesamt leiden 17 Staaten an extrem hohem Wasserstress. Die Kategorie ermitteln die Forscher, indem sie vergleichen, wie viel Wasser genutzt wird und wie viel nachkommt. In den am stärksten betroffenen Ländern beanspruchen Landwirtschaft, Industrie und Gemeinden demnach jährlich mindestens 80 Prozent des zur Verfügung stehenden Wassers.

Dies gilt auch für Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Gibt es in diesen Regionen zusätzliche Dürren, kommen die Reserven an ihre Grenzen, warnt das WRI. Besondere Sorge bereiten den Forschern die knappen Wasserreserven in Indien. Mit 1,3 Milliarden Einwohnern hat der Staat mehr als drei Mal mehr Einwohner als die restlichen 16 Staaten mit extrem hohem Wasserstress zusammen.

Auch in Sao Paulo in Brasilien gab es 2015 eine solche Situation. Da Dürren durch die Klimakrise weiter zunehmen, könnten Nachrichten über extreme Dürren künftig noch häufiger werden, so das WRI.

Zu den 17 Staaten mit extrem hohem Wasserstress kommen 27 weitere Staaten mit ebenfalls hohem Risiko hinzu. Dort werden jährlich zwischen 40 und 80 Prozent der verfügbaren Wasserressourcen entnommen. Das gilt etwa für Zypern, Belgien, Mexiko, Griechenland, Spanien und Portugal. Insgesamt lebt damit sogar ein Drittel der Weltbevölkerung in Gegenden mit extrem hohem oder hohem Wasserstress.

Wasserbedarf wird weiter steigen - In den nächsten Jahrzehnten könnte sich die Lage weltweit noch verschärfen. Seit den Sechzigerjahren habe sich die entnommene Grundwassermenge mehr als verdoppelt, berichten die WRI-Forscher. In Anbetracht der wachsenden Weltbevölkerung und des zunehmenden Wohlstands gebe es keinen Grund anzunehmen, dass der Wasserbedarf in den nächsten Jahren wieder sinke - ganz im Gegenteil.

Das WRI sieht drei Möglichkeiten gegenzusteuern: Landwirte sollen Wasser sparen, indem sie ihre Pflanzen gezielt bewässern, statt ganze Felder zu fluten. Sie könnten auch vermehrt Sorten anpflanzen, die bei Trockenheit gut wachsen. Zudem müsse mehr in Infrastruktur investiert werden - etwa in Wasserleitungen, die trockene Gegenden versorgen. Als dritten Punkt fordern die Forscher, Abwasser vermehrt aufzubereiten.

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