Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Weltberühmter Fotojournalist Reza Deghati eilt wieder nach Karabach

"Ich sagte Armeniens Botschafter in Frankreich, dass ich immer Wahrheit sagen werde, und wenn ihr auch nicht 500.000, sondern sogar 500 Millionen Menschen seid."

Baku, 21. November, AZERTAC

Wir haben Reza Deghati mehrmals angerufen. Das Telefon war besetzt. Dann rief er zurück. Er sagte, er sei auf dem Wege nach Karabach. Wir waren uns einig, dass er unsere Fragen per WhatsApp beantworten wird ...

Der weltberühmte Fotojournalist Reza Deghati, der in den schicksalhaften Tagen des Vaterländischen Krieges aus Paris nach Aserbaidschan kam, vermittelt die Wahrheiten über Karabach an die ganze Welt mit der Sprache der Kunst. Er sagt, dass die französischen Medien nicht daran interessiert sind, einen Fotojournalisten nach Aserbaidschan zu schicken. Ihm wurde sogar gesagt, er solle nach Armenien gehen, sie seien bereit, eine beliebige Summe für die Fotos zu bezahlen. Ein aus Täbris stammender aserbaidschanischer Journalist, der auf eigene Kosten ein Ticket gekauft hatte, kam in unser Land und fotografierte die historischen Tage, die wir erleben. Heute werden die von ihm aufgenommenen Fotos von den Fernsehkanälen, Nachrichtenagenturen und Portalen in Aserbaidschan verbreitet. Reza Deghati fotografiert, was während des Krieges passiert, und nachdem er in Karabach und an anderen Orten unseres Landes Interviews mit den Medien geführt hat, wird er zu Fernsehesendern eingeladen. Wie der Künstler, hat er keine Minute Freizeit. Er beantwortete auch unsere Fragen auf dem Wege nach Füsuli. Er sagte, dass die Nachrichtenagentur AZERTAC auf seiner Instagram-Seite gepostete Bilder herunterladen und auf ihrer Website veröffentlichen kann.

- Sie sind seit über einem Monat in Aserbaidschan. Wo waren Sie schon, was haben Sie gefilmt?

- In diesen Tagen habe ich in zwei Richtungen gearbeitet: sowohl in den aus der Besatzung befreiten Gebieten, als auch in den Rayons Barda und Terter (deutsch: Bärdä, Tärtär), auf die verbotene Streubomben aus Armenien und anderen Orten abgefeuert wurden. Als unsere Soldaten vorrückten, folgte ich ihnen ...

Unter den Fotos, die Reza Deghati aus der Brücke Khudafarin (deutsch: Chudafärin) aufgenommen und auf Instagram gepostet hatte, schrieb er Folgendes: "Die Bewohner von Jabrayil (deutsch: Dschäbrajil) werden diese Orte nach 27 Jahren zum ersten Mal sehen können."

Reza Deghati veröffentlichte auch Aufnahmen aus der Beerdigung des 16-jährigen Orhan Ismael Zade in der Region Terter und schrieb unter dem Foto folgende Worte: "Die rote Farbe des Granatapfels erinnert uns bitter an sein vergossenes Blut."

So schlug eine Rakete ein, deren Splitter Bäume im Umkreis von 50 Metern spalteten. Der 16-jährige Orhan Ismael Zade pflückte in einem Obstgarten Granatäpfel. Ein Schrapnell drang in seinen Rücken ein und trat an der Brust wieder aus. Man habe den Jungen tot auf der Wiese unter dem Granatapfelbaum gefunden,

Unter einem Foto von der Beerdigung der 7-jährigen Aysa Iskandarova, die bei der Bombardierung Bardas ums Leben kam, schrieb er wie folgt: "Bei der Bombardierung pflückte sie mit ihrer jüngeren Schwester Blumen."

- Welche Gefühle erleben Sie, wenn Sie zerstörte Städte, Dörfer und historische Denkmäler sehen?

-Ich bin eigentlich Architekt von Beruf und sehe das alles mit den Augen eines Architekten. In den Dörfern, in denen ich war und gefilmt hatte, wurde alles zerstört. Ich habe kein einziges Haus gesehen, das nicht zerstört worden war. Das einzige, was geblieben ist, waren nur zwei Moscheeen. In alten Moscheen im Dorf Mämär im Rayon Gubadli und im Dorf Alkhanli in der Region Füsuli wurden Schweine und Rinder gehalten. Ich habe das alles gefilmt ...

Der Fotojournalist, der das Foto "Die Moschee, die zu einem Schweinestall wurde" gab den folgenden Kommentar: "Ich betrat die Moschee, sah mich um, der Boden war mit Fäkalien bedeckt, es gab einen starken Gestank. Ich sah zwei Behälter mit Wasser für Tiere. Die Soldaten sagten mir, als sie die Moschee betraten, war sie voller Schweine."

In seiner Veröffentlichung über eine Moschee im Dorf Alkhanli in der Region Füsuli schreibt Reza Degati: "Das Bild, das ich hier gesehen habe, unterscheidet sich nicht von den vorherigen Orten. Anscheinend haben die Armenier die Tradition, Moscheen in einen Viehstall zu verwandeln. Das zeigt ihre Haltung gegenüber muslimischen Kultstätten."

Unser Gesprächspartner sagt, dass, wie er gehört hatte, unsere von der Besatzung befreiten Städte und Dörfer zu ihrer Zeit sehr schön waren. Es wäre besser, beim Wiederuaufbau dieser Städte und Dörfer den traditionellen Stil der modernen Architektur vorzuziehen. Zum Beispiel sind in Italien, Frankreich und Spanien alte Dörfer erhalten geblieben, die heute von Millionen von Touristen besucht werden. Dies kann auch in der Region Karabach geschehen.

Reza Deghati teilt derzeit in sozialen Medien Tausende von Fotos, die er in Karabach und anderen Teilen Aserbaidschans aufgenommen hat. Es sei darauf hingewiesen, dass seine Werke von National Geographic, Time Photo und anderen populären Magazinen veröffentlicht werden und Fotos auf der PixPalace-Plattform platziert werden.

Der Fotojournalist traf sich mit Zeugen der 20. Januar-Tragödie, des Völkermords von Chodschali, den Flüchtlingen und Binnenvertriebenen und filmte Szenen, die die Gräueltaten der armenischen Faschisten widerspiegeln, Menschen, die unter dem Verlust ihrer Verwandten leiden. Die Werke von Reza Deghati, die in einer für alle verständlichen Sprache - der Sprache der Fotografien - über die Realitäten Aserbaidschans berichten, wurden in vielen europäischen Ländern präsentiert.

- Sie leben in Frankreich, wo es eine starke armenische Lobby gibt. Werden Sie unter Druck gesetzt oder belästigt?

- Ich lebe seit vierzig Jahren in Frankreich und bin Staatsbürger dieses Staates. Seit 1992 habe ich versucht, der Welt die Chodschaliner Tragödie, das Problem von Binnenvertriebenen zu erklären, und seitdem werde ich von der armenischen Lobby. Zum Beispiel zerreißen sie Fotos, wenn sie meine Ausstellungen besuchen.

Einmal, einige Stunden vor der Eröffnung der Ausstellung, schrieben sie beleidigende Worte auf alle Fotos. Als ich bei verschiedenen Konferenzen sprach, riefen sie, er sei ein Mann der aserbaidschanischen Regierung. Sie schreiben auch viel im Internet.

Einmal lud mich der armenische Botschafter in Frankreich zu einem Gespräch ein. In der Regel werden die Künstler aus anderen Ländern in diesem Land von Ministern, Diplomaten und Botschaftern t Respekt respektiert. Einmal lud der französische Präsident mich bei einer der Veranstaltungen zum Abendessen ein. Als der armenische Botschafter in Frankreich mich zum Abendessen einlud, fragte ich ihn, worüber er sprechen wird. Er sagte, dass meine Fotos ihm sehr gefallen. Damals fand in Paris in der Nähe des Parlamentsgebäudes meine große Ausstellung statt. In dieser Ausstellung gab es auch ein berühmtes Foto von Chodschali, auf dem eine Frau schrie und sagte, sie habe die Leichen ihres Sohnes und Ehemanns gefunden. Die Augen wurden ihnen ausgestochen.

Der armenische Botschafter sagte, dass es in Frankreich 500.000 Armenier gibt und ich der einzige bin. Er versuchte, mich einzuschüchtern und mich von meinem gerechten Weg abzulenken. Er sagte sogar, dass Sie tatsächlich aus Täbris sind. Armenien hat sehr gute Beziehungen zum Iran, den Iranern. Daher können Sie mit uns zusammenarbeiten.

Ich habe protestiert. Als Fotojournalist erklärte ich ihm, dass ich dafür verantwortlich bin, das, was ich sehe, an die Weltöffentlichkeit zu vermitreln, einschließlich der Fotos des Massakers, das Armenien in Chodschali begangen hat. Ich sagte dem armenischen Botschafter in Frankreich, dass ich immer die Wahrheit sagen werde, und wenn ihr auch nicht 500.000, sondern sogar 500 Millionen Menschen seid. Dann bin ich aufgestanden und gegangen. Am nächsten Tag schickten sie einen Mann und zerrissen dieses berühmte Foto in der Ausstellung. Ich ließ die Stelle für dieses Foto leer und schrieb, dass ich keine Ausstellung in Paris abhalten darf, in der jeder seine Gedanken frei äußern könne. Aus diesem Grund habe ich dieses Foto auf meiner Website veröffentlicht, damit jeder es sehen kann. Ich habe auch andere Fotos auf meiner Website gepostet. Die armenische Lobby hat auch einen Anwalt beauftragt, mich zu verklagen ... Ein weiterer Druck sind die Finanzen. Im Laufe der Jahre haben sie die Umsetzung von etwa 20 bis 30 Projekten gestört. Zum Beispiel möchte ein Museum in Frankreich eine Ausstellung meiner Fotos organisieren. Seitdem steht dieses Museum unter Druck.

Innerhalb von 40 Jahren bereiste Reza Deghati die Welt, machte ich zahlreiche Aufnahmen. Er ist Autor von über dreißig Büchern, ehielt eine Reihe internationaler Prämien. Er wurde von der University of Missouri mit der Ehrenmedaille ausgezeichnet und ist Ehrendoktor der American University in Paris. Die französische Regierung verlieh ihm den nationalen Ritterorden. In Paris wurden seine Ausstellungen "Gedanken der Einwanderer", "Kreuzschicksale", "Eine Welt, ein Stamm" in Washington, "Krieg + Frieden" in der Normandie und "Hoffnung" in Doha organisiert. Der Fotograf hat an 250 Ausstellungen teilgenommen.

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