WHO-Chef: Keine Dosis mehr für Länder mit Impfquoten ab 40 Prozent
Baku, 5. November, AZERTAC
Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat die Mitgliedstaaten aufgerufen, Länder zu bevorzugen, in denen Impfstoff knapp ist. Keine einzige Dosis sollte mehr in Länder gehen mit einer Impfquote höher als 40 Prozent, so Ghebreyesus. Stattdessen sollten die Covax-Zusagen priorisiert und erfüllt werden.
Mit der Covax-Initiative sollten die Corona-Impfstoffe gerecht über die Welt verteilt werden. Doch während reiche Länder bereits Auffrischungsimpfungen verabreichen, sind die Impfraten in zahlreichen Ländern der Welt noch immer verschwindend gering. Das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), bis Ende September in jedem Land mindestens zehn Prozent der Bevölkerung zu impfen, wurde verfehlt. Das belegen aktuelle WHO-Zahlen. In einigen Dutzend Ländern, vorwiegend in Afrika, liegt die Impfquote deutlich darunter. Die WHO ruft daher reiche Länder auf regelmäßig auf, mehr Impfdosen abzugeben.
Einer OECD-Studie zufolge hat die Coronapandemie viele Menschen psychisch stark belastet. In den OECD-Ländern gebe es 28 Prozent mehr Fälle von Angststörungen und 26 Prozent mehr Fälle von Depressionen, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Donnerstag mit.
Die volkswirtschaftlichen Kosten dafür seien hoch, denn psychische Probleme wirkten sich unter anderem auf die Beschäftigung und die Produktivität aus. Nach OECD-Schätzungen belaufen sich die Kosten schlechter psychischer Gesundheit im OECD-Schnitt auf mehr als 4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Die Zahl der Corona-Neuinfektionen stieg in dem EU-Land zuletzt wieder stark an. Die Intensivbetten für infizierte Patenten sind fast vollständig belegt. In einer ersten Phase sollen nun vor allem Betriebe überprüft werden, die schon einmal gegen Corona-Maßnahmen verstießen und bestraft wurden. Nun sind die Strafen aber härter: Es drohen bis zu 12.000 Euro Geldbuße und eine dreiwöchige Schließung.