Zeugenaussagen im Verfahren gegen Ruben Vardanyan VIDEO
Baku, 9. September, AZERTAC
Der Strafprozess gegen den armenischen Staatsbürger Ruben Vardanyan, dem unter anderem Terrorismus, Folter, Söldnertätigkeit und Terrorismusfinanzierung gemäß dem Strafgesetzbuch der Republik Aserbaidschan vorgeworfen werden, wurde am 9. September fortgesetzt.
Die Gerichtsverhandlungen fanden unter Vorsitz von Richter Zeynal Aghayev am Militärgericht von Baku statt. Dem Richterkollegium gehörten außerdem Jamal Ramazanov und Anar Rzayev an. Günel Samadova fungierte als Ersatzrichterin. Der beschuldigten Person wurden ein Dolmetscher und ein Anwalt ihrer Wahl für seine Verteidigung zur Verfügung gestellt.
Vor der Befragung erläuterte Richter Zeynal Aghayev den Opfern und erstmals am Verfahren beteiligten Rechtsnachfolgern ihre Rechte und Pflichten.
Dann wurden die Aussagen der rechtlichen Nachfolger der Geschädigten sowie der geschädigten Personen angehört.
Der rechtliche Vertreter des geschädigten Gorkhmaz Isgandarov – sein Vater Isgandar Isgandarov – erklärte in seiner Aussage, dass sein Sohn infolge einer feindlichen Sabotage in Kelbadschar ums Leben gekommen sei.
Die rechtliche Vertreterin des geschädigten Amid Gadirov – seine Mutter Zülfira Gadirova – gab in ihrer Aussage an, dass ihr Sohn in Aghdara durch das Feuer von Resttruppen der armenischen Armee sowie illegaler armenischer bewaffneter Gruppen getötet wurde.
Die rechtliche Vertreterin des geschädigten Agami Alischanov – seine Mutter Dilbar Ahmadova – erklärte in ihrer Aussage, dass ihr Sohn in Aghdara infolge einer vom Feind verübten Sabotage ums Leben gekommen sei.
Der rechtliche Vertreter des geschädigten Osman Aghakhanov – sein Vater Gadim Aghakhanov – sagte aus, dass sein Sohn in Khojavend/Chodschawänd durch die Explosion eines Artilleriegeschosses, abgefeuert von Resteinheiten der armenischen Armee und illegalen armenischen bewaffneten Gruppen, ums Leben gekommen sei.
Der rechtliche Vertreter des geschädigten Elnur Rustamov – sein Vater Faid Rustamov – gab an, dass sein Sohn infolge einer feindlichen Sabotage in Kelbadschar ums Leben kam.
Der rechtliche Vertreter des geschädigten Jeyhun Schikhaliev – sein Vater Oktay Schikhaliev – erklärte, dass sein Sohn infolge einer feindlichen Sabotage im Dorf Sirkhavend, im Bezirk Aghdara ums Leben gekommen sei.
Der rechtliche Vertreter des geschädigten Arif Aliyev – sein Bruder Mübariz Aliyev – sagte aus, dass sein Bruder im Dorf Susuzluq, Bezirk Kelbadschar, durch die Explosion einer vom Feind gelegten Mine ums Leben kam.
Der geschädigte Schöhrät Jafarov gab an, dass er bei demselben Vorfall verletzt wurde. Er sagte, dass sich zum Zeitpunkt der Explosion sieben Personen im Fahrzeug befanden und durch die Minenexplosion drei Personen – Maharram Ibrahimov (AZERTAC-Korrespondent der), Siraj Abischov (Kameramann von AzTV) und Arif Aliyev (stellvertretender Vertreter der Verwaltungsregion des Dorfs Susuzluq) – ums Leben kamen. Er erklärte, dass er selbst sowie auch andere Personen verletzt wurden. „Etwa 30 Splitter wurden aus meinem Körper entfernt“, fügte er hinzu.
Der geschädigte Anar Glintschev antwortete auf Fragen der Staatsanwältin Tarana Mammadova und gab an, dass er in Richtung Khankendi durch das Feuer von Resteinheiten der armenischen Armee und illegaler armenischer bewaffneter Gruppen eine Splitterverletzung erlitten habe.
Der geschädigte Schamsi Kazimli antwortete auf Fragen von Nasir Bayramov, dem Abteilungsleiter der Staatsanwaltschaft für die Strafverfolgung, und sagte, dass er infolge feindlicher Sabotage zweimal – in Hadrut und Latschin – verletzt wurde.
Azad Akhundov sagte aus, dass er in Khojavend durch feindlichen Beschuss verletzt wurde. Auf Fragen des leitenden Assistenten des Generalstaatsanwalts Vusal Aliyev antwortete er, dass bei dem Vorfall drei weitere Personen verletzt wurden.
Yusif Karimov gab gegenüber dem Staatsanwalt Vusal Abdullayev an, dass er in Khojavend durch das Feuer von Resttruppen der armenischen Armee und illegaler armenischer bewaffneter Gruppen verletzt wurde.
Yusif Omarov sagte aus, dass er in Aghdam durch die Explosion eines von Resteinheiten der armenischen Armee und illegalen armenischen bewaffneten Gruppen abgefeuerten Geschosses verletzt wurde. Er erklärte, dass drei weitere Personen bei dem Vorfall verletzt wurden und eine Person ums Leben kam.
Der geschädigte Nemati Gasemi, befragt vom Sonderassistenten des Generalstaatsanwalts Tugay Rahimli, sagte aus, dass er in Aghdam durch Artilleriebeschuss von nicht vollständig abgezogenen Truppenteilen der armenischen Armee und illegaler armenischer bewaffneter Gruppen verletzt wurde.
Mirgabil Mirzayev und Agil Rahimov erklärten in ihren Aussagen, dass sie in Khojavend durch die Explosion eines vom Feind abgefeuerten Geschosses verletzt wurden.
Hamid Aghazade gab an, dass er in Khankendi durch das Feuer von Resttruppen der armenischen Armee und illegaler armenischer bewaffneter Gruppen verletzt wurde.
Der geschädigte Rahim Nasirov antwortete auf Fragen des Staatsanwalts Fuad Musayev und sagte, dass er in Khankendi durch das Feuer von nicht vollständig abgezogenen Truppenteile der armenischen Armee und illegaler armenischer bewaffneter Gruppen verletzt wurde. Seinen Angaben zufolge wurden bei dem Vorfall fünf weitere Personen verletzt und eine Person getötet.
Farman Hasanov sagte in seiner Aussage, dass er im Gebiet des Dorfs Canyataq in der Region Aghdara durch gegnerisches Feuer verletzt wurde. Er fügte hinzu, dass bei dem Vorfall fünf weitere Personen unterschiedlich schwer verletzt wurden und zwei Personen ums Leben kamen.
Nazir Nuraliyev erklärte, dass er im Gebiet zwischen Schusha und Khankendi durch feindliches Feuer verletzt wurde.
Der rechtliche Vertreter des geschädigten Turan Maharramov – sein Vater Tarlan Maharramov – gab an, dass sein Sohn in Kelbadschar durch den Beschuss eines feindlichen Scharfschützen ums Leben kam.
Raschad Aslanov erklärte, dass er im Dorf Marzili in der Region Aghdam durch die Explosion einer vom Feind gelegten Mine verletzt wurde.
Ariz Aliyev sagte aus, dass er in Khojavend durch das Feuer von Resttruppen der armenischen Armee und illegaler armenischer bewaffneter Gruppen verletzt wurde.
Intigam Jumayev gab an, dass er beim Abtransport verletzter Personen in Aghdam mit einem Sanitätsfahrzeug durch den Beschuss von Resttruppen der armenischen Armee und illegaler armenischer bewaffneter Gruppen verletzt wurde. Er sagte, dass auch die verwundeten Personen, die er evakuieren wollte, bei dem Vorfall ums Leben kamen.
Dair Jumartov, Elman Bayramov, Samir Yaraliyev, Omar Ahmadov und Alim Khanaliyev erklärten, dass sie in Aghdam durch das Feuer von Resteinheiten der armenischen Armee und illegaler armenischer bewaffneter Gruppen verletzt wurden.
Bakhtiyar Verdiyev berichtete, dass er in Aghdara durch die Explosion einer vom Feind gelegten Mine verletzt wurde.
Taleh Hajiyev sagte in seiner Aussage, dass er im Bezirk Khojavend durch das Feuer zurückgebliebener Kräfte der armenischen Armee und illegaler armenischer bewaffneter Gruppen verletzt wurde.
Raschad Aslanov gab in seiner Aussage an, dass er in Schusha durch die Explosion eines von der armenischen Seite abgefeuerten Geschosses verletzt wurde.
Weitere geschädigte Personen – Hidayat Jahangirov, Umud Hasanli, Kenan Mammadov, Ayaz Rzayev, Ilkin Hasanov, Gurban Huseynov, Huseyn Huseynov, Cavid Jarayev, Taleh Sadigov, Revan Manafov und Jasarat Sariyev – erklärten, dass sie in verschiedenen Regionen durch das Feuer von nicht vollständig abgezogenen Truppenteilen der armenischen Armee und illegaler armenischer bewaffneter Gruppen verletzt wurden.
Im Anschluss wurden im Gerichtsverfahren die medizinisch-forensischen Gutachten über die geschädigten Personen verlesen.
Die nächste Gerichtssitzung ist für den 16. September angesetzt.
Dem armenischen Staatsbürger Ruben Vardanyan werden zahlreiche schwere Verbrechen vorgeworfen, darunter Kriegsverbrechen, Terrorismus und vorsätzliche Tötung. Zu den zentralen Anklagepunkten gehören die Planung und Durchführung eines Angriffskrieges, Zwangsumsiedlung und Verfolgung von Zivilisten, Entführung und Freiheitsberaubung, sowie Folter und Söldnertätigkeit. Darüber hinaus wird ihm die vorsätzliche Tötung in mehreren Fällen sowie versuchter Mord vorgeworfen. Weitere Anklagen betreffen illegale wirtschaftliche Aktivitäten, Terrorismus und dessen Finanzierung, Gründung krimineller und bewaffneter Gruppen, sowie illegale Waffen- und Sprengstofflagerung. Auch das Überqueren der aserbaidschanischen Grenze ohne Genehmigung und Handlungen, die die Luftsicherheit gefährden, gehören zu den Vorwürfen.