2011 lag die globalen CO2-Emissionen bei gigantischen 34 Milliarden Tonnen
Baku, den 4. August (AZERTAG). Pflanzen, Ozeane und Böden speichern heute doppelt so viel Treibhausgas wie noch vor 50 Jahren, besagt eine neue Studie. Das Problem: Die CO2-Emissionen der Menschheit wachsen noch viel schneller. Wir fahren Auto, wir fliegen, wir heizen, wir treiben Maschinen an, wir brennen Wälder nieder - noch nie hat die Menschheit so viel Kohlendioxid in die Erdatmosphäre gepumpt wie im vergangenen Jahr. Die Zahlen lassen wenig Spielraum für Interpretationen. Das niederländische Umweltforschungsinstitut PBL und die Gemeinsame Forschungsstelle der EU-Kommission haben kürzlich vorgerechnet, dass 2011 die globalen CO2-Emissionen bei gigantischen 34 Milliarden Tonnen lagen. Die vollmundigen Reduktionsversprechen auf den Umweltgipfeln der vergangenen Jahre haben also kaum etwas gebracht.
Die Forscher haben die globalen CO2-Emissionen aus drei verschiedenen Datensätzen rekonstruiert. Außerdem stützen sie sich auf die Messdaten von 40 Stationen zur Atmosphärenbeobachtung. Die weitere Rechnung war dann vergleichsweise simpel: Zusätzlich ausgestoßenes CO2, das sich nicht in der Atmosphäre wiederfand, musste in einer natürlichen Senke gelandet sein.
Trotzdem ist die aktuelle Inventur wichtig - nicht zuletzt weil sie auch belegt, dass die natürlichen Kohlenstoffspeicher zuletzt zumindest ins Stottern gekommen sind. In den vergangenen Jahren hatten bereits mehrere wissenschaftliche Studien nahegelegt, dass die natürlichen Kohlenstoffsenken bereits an Kraft verlieren. Die Hinweise gab es unabhängig voneinander sowohl für das Land - etwa im Bereich des Amazonas - als auch für die Ozeane.
Die neue Studie zeigt, dass der Leistungsanstieg der Kohlenstoffspeicher in den neunziger Jahren abflaute, sich im darauffolgenden Jahrzehnt aber wieder fing. Die Forscher vergleichen das mit einem Auto, das bei hohen Geschwindigkeiten anfängt zu schlingern. Es ist keine Frage, ob die natürlichen Senken ihre CO2-Aufnahme verlangsamen werden oder nicht.