20 Milliarden Dollar für Flutschutz in New York
Baku, den 12. Juni (AZERTAG). Manhattan soll nicht untergehen. Um die Metropole vor Stürmen und dem steigenden Meeresspiegel zu schützen, hat New Yorks Bürgermeister Bloomberg einen ehrgeizigen Plan vorgestellt. 20 Milliarden Dollar werden dafür benötigt.
Bewegliche Flutschutzwände sollen den größten Teil Lower Manhattans einfassen, bis zu sechs Meter hohe Deiche Teile von Staten Island schützen. Und dann braucht es noch ein System aus Fluttoren und Deichen zur Abschottung des Brooklyn Creek. Allesamt Mammutprojekte - und doch nur Teilaspekte eines umfassenden Aktionsplans, den New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg vorgestellt hat.
Insgesamt enthält das Papier 250 Empfehlungen zum Schutz der US-Metropole. Spätestens nach den verheerenden Zerstörungen durch Wirbelsturm „Sandy“ Anfang des Jahres sei es höchste Zeit, Maßnahmen zu ergreifen, mit denen die Stadt nachhaltig geschützt werden könne, sagte Bloomberg.
Das gesamte Programm kostet demnach etwa 20 Milliarden Dollar und soll vor allem aus städtischen Mitteln finanziert werden. Womöglich müssten dafür Steuererleichterungen zurückgenommen oder zusätzliche Abgaben eingeführt werden, heißt es in dem Plan.
Das Konzept sei extrem ambitioniert, betonte Bloomberg - aber ebenso alternativlos. Es seien dringende Aufgaben, die sofort in Angriff genommen werden müssten.
836 Kilometer Küstenlinie - Viele der Arbeiten reichen weit über Bloombergs Amtszeit hinaus. Das Aufschütten von Dünen in Staten Island. Die Uferstraßen und die wassernahen Regionen sollen mit Spundwänden und Deichen geschützt werden. Das Energieversorgungsnetz und andere kritische Gebäude und Straßenzüge sollen sturmsicher verstärkt und ausgebaut werden.
New York gehört mit seiner insgesamt 836 Kilometer langen Küstenlinie zu den Städten, die durch die Folgen der Klimaerwärmung und einen steigenden Wasserpegel besonders bedroht sind. Sollte sich dieser um einen halben Meter erhöhen, könnten schon normale Hochwasser nach Berechnungen einer New Yorker Wissenschaftskommission dazu führen, dass ein Teil der Küstenstraßen überschwemmt würde. Die örtlichen Behörden warnen schon seit Jahren vor den Folgen des Klimawandels.
Dazu kommt die Gefahr durch Wirbelstürme. Die meisten Zerstörungen hatte „Sandy“ an Gebäuden angerichtet, die vor 1961 gebaut worden waren. Für notwendige Flutschutzeinrichtungen an privaten Häusern und Bürogebäuden seien 1,2 Milliarden Dollar Zuschüsse für die Besitzer vorgesehen, sagte Bloomberg, ein Extra-Topf von 50 Millionen Dollar stünde für Krankenhäuser und Pflegeheime zur Verfügung, etwa um ihre Pumpen und elektrischen Einrichtungen leistungsfähiger zu machen.
Der Bürgermeister räumte ein, die Pläne könnten auch Kontroversen verursachen, so etwa, weil einige angedachten Konstruktionen Sichtachsen und die Aussicht verbauen würden. Aber um Leben und die Gemeinschaft zu retten, müsse man sich auf neue Realitäten einstellen.