Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Präsident Ilham Aliyev trifft sich mit Bewohnern von Kelbadschar und überreicht Wohnungsschlüssel AKTUALISIERT VIDEO

Kelbadschar, 21. August, AZERTAC

Am 21. August haben Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev und First Lady Mehriban Aliyeva den ersten Wohnkomplex in der Stad Kelbadschar besucht. Dort machten sie sich ein Bild von den Wohnbedingungen in den Einfamilien- und Mehrfamilienhäusern und trafen sich mit den Rückkehrern, die sich dort niedergelassen haben.

Präsident Ilham Aliyev hielt eine Rede bei der Zeremonie

Rede von Präsident Ilham Aliyev

– Liebe Kelbadscharer, herzlich willkommen in Kelbadschar!

Heute ist ein historischer Tag in eurem Leben. Nach 32 Jahren kehrt ihr in eure Heimat, in eure Heimatstadt zurück, und zu diesem Anlass gratuliere ich euch von Herzen.

Wir haben die Gerechtigkeit wiederhergestellt, wir haben unser Recht zurückgewonnen, und die heutige Veranstaltung zeigt einmal mehr, dass das aserbaidschanische Volk ein willensstarkes Volk ist. Das aserbaidschanische Volk ist tief mit seinem angestammten Land verbunden, und trotz aller Schwierigkeiten haben wir während der Besatzungszeit niemals unseren Glauben verloren. Jeder Einzelne von uns – das gesamte Volk – hat jeden Tag dazu beigetragen, diesen heiligen Tag näherzubringen.

Der Staat hat hier für euch hervorragende Bedingungen geschaffen. Die Stadt Kelbadschar entwickelt sich nun zu einer der schönsten, landschaftlich reizvollsten Städte der Welt. Ihr werdet bereits im ersten Wohnkomplex mit Wohnungen versorgt, aber die Bauarbeiten hören damit nicht auf. In den neuen Wohnkomplexen, deren Grundstein ich heute gelegt habe, werden bald eure Verwandten und Freunde untergebracht werden.

In der ersten Phase des Programms „Große Rückkehr“ ist der Bau von vier Wohnkomplexen in der Stadt Kelbadschar vorgesehen, in denen mehr als 10.000 Menschen leben werden. Natürlich wurden auch alle notwendigen Infrastrukturprojekte umgesetzt: Strom-, Wasser- und Erdgasleitungen wurden verlegt, Straßen gebaut und Minen geräumt. Derzeit wird in Kelbadschar eine schöne Schule gebaut, die im nächsten Jahr eröffnet wird. Doch im kommenden Schuljahr werden die Kinder aus Kelbadschar zunächst in einer modularen Schule unterrichtet.

Heute ist auch deshalb ein historischer Tag, weil unser größter Bezirk – Kelbadschar – und seine Stadt wieder zum Leben erwachen. Das Leben kehrt zurück, und ich bin sicher, dass ihr hier in Ruhe und Sicherheit leben werdet.

Ihr habt es verdient.

Über viele Jahre habt ihr unter sehr schwierigen Bedingungen gelebt – in Zelten, in umfunktionierten Gebäuden, Kindergärten, Schlafsälen und an vielen verschiedenen Orten. Euer Leben war sehr hart.

Die Besetzung Kelbadschars war für uns, wie auch die Besetzung all unserer anderen Ortschaften, eine große Tragödie. Aber strategisch betrachtet, hat die Besetzung Kelbadschars Aserbaidschan besonders große Probleme bereitet. Denn dadurch wurde eine geografische Verbindung zwischen Armenien und der damaligen Autonomen Region Bergkarabach hergestellt. Im Mai 1992 hatten die Besetzung von Schuscha und Latschin bereits diese Verbindung geschaffen, und die damalige Straße, die als „Latschin-Korridor“ bezeichnet wurde, öffnete de facto den Weg zur künftigen Besetzung unserer Gebiete. Mit der Besetzung Kelbadschars wurde dann eine noch größere geografische Verbindung zwischen Armenien und dem damaligen „Bergkarabach“ hergestellt – über ein riesiges Gebiet – und somit wurde auch die Besetzung weiterer aserbaidschanischer Gebiete ermöglicht. Leider war die damalige aserbaidschanische Führung durch Verrat und Treulosigkeit geprägt und nicht in der Lage, unser Heimatland zu verteidigen. Bereits im Mai 1992 wurden Schuscha und Latschin durch den Verrat des AXC-Musavat-Bündnisses, das damals an die Macht strebte, besetzt. Unsere uneinnehmbare Festung Schuscha wurde praktisch kampflos den Armeniern überlassen. Der niederträchtige Machtpakt nutzte genau diese Tragödie von Schuscha und Latschin und kam nur einen Monat später durch sie an die Macht. Er konnte euer Heimatland nicht verteidigen – oder wollte es vielleicht gar nicht. Die Besetzung Kelbadschars Anfang April 1993 war eine direkte Folge der verbrecherischen Taten dieser damaligen verräterischen Führung. Wir alle erinnern uns gut an die Zeit danach. Die jahrelangen Verhandlungen führten zu keinerlei Ergebnissen und konnten auch keine Ergebnisse bringen. Denn erstens hatte Armenien niemals vor, auch nur einen Zentimeter Land zurückzugeben. Es nahm an den Gesprächen lediglich teil, um den Anschein eines Prozesses zu wahren. Zweitens: Die drei Länder, die sich offiziell mit der Lösung des Konflikts befassen sollten – Frankreich, Russland und die USA – arbeiteten nicht an einer Lösung, sondern daran, den Konflikt einzufrieren. Faktisch taten sie alles, um der armenischen Besatzung einen rechtlichen Anstrich zu geben. Genau aus diesem Grund wurde der Konflikt nicht auf friedlichem Wege gelöst. Hätte man Armenien damals ernsthaft sanktioniert, hätte man den Aggressorstaat von Seiten der Großmächte bestraft, dann hätte Armenien unser Land auf friedlichem Wege zurückgeben können – und ich bin sicher, dass es das auch getan hätte. Aber es wurde nicht der geringste Druck auf sie ausgeübt – im Gegenteil: Es wurden ihnen alle Möglichkeiten eröffnet. Einige Länder haben ihnen kostenlos Waffen im Wert von mehreren Milliarden Dollar geliefert. Die Waffen, die wir im Zweiten Karabach-Krieg und bei der Anti-Terror-Operation zerstört oder als Kriegsbeute erbeutet haben, hatten einen Marktwert von etwa 5–6 Milliarden Dollar. Natürlich hatte Armenien kein Geld, um solche Mengen an Waffen zu kaufen – all diese Waffen wurden kostenlos geliefert. Mit einem einzigen Ziel: damit die Besatzung weitergeht, damit die Aserbaidschaner niemals in ihre angestammten Heimatgebiete zurückkehren, damit der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan niemals friedlich gelöst wird. Ich habe das immer wieder gesagt – und es ist die reine Wahrheit. Von 2003 bis 2020 war ich gezwungen, an diesen Gesprächen teilzunehmen. Ich sagte: Die Länder, die eigentlich das Mandat zur Lösung dieses Konflikts haben, wollen in Wirklichkeit die Besatzung für immer zementieren. Einer liefert Waffen, der andere politische Unterstützung, der Dritte gewährt Sonderrechte. Deshalb wurde das Problem nicht gelöst. Manche mochten vielleicht glauben, dass das aserbaidschanische Volk sich damit abfinden würde – aber ich habe es immer wieder klar gesagt: Wir werden uns niemals damit abfinden. Schon bei meiner Wahl zum Präsidenten im Jahr 2003 habe ich das gesagt – und ich habe es in den folgenden Jahren unzählige Male wiederholt. Und nicht nur gesagt – wir haben jeden Tag, jede Stunde darauf hingearbeitet, unseren heiligen Tag des Sieges näherzubringen. Wir haben eine starke Wirtschaft aufgebaut. Wir haben auf der internationalen Bühne Armenien als Besatzerstaat entlarvt. Viele führende internationale Organisationen waren dank unserer Bemühungen gezwungen, unsere Position anzuerkennen. Wir haben eine starke Armee aufgebaut, modernste Waffen beschafft und eine neue Generation herangezogen – jene Jugend, die im Vaterländischen Krieg heldenhaft ihr Leben riskierte und unsere Gebiete vom Feind befreite. Gott habe all unsere Märtyrer selig.

Diesen Sieg verdanken wir ihnen – und zehntausenden tapferen aserbaidschanischen Soldaten und Offizieren, die wie sie gekämpft haben. Der aserbaidschanische Staat und das aserbaidschanische Volk haben sich wie eine Faust vereint, und wir haben Armenien gezwungen, nach nur 44 Tagen die Kapitulation zu unterzeichnen. Der 44-tägige Vaterländische Krieg ist ein ruhmreiches Kapitel unserer Geschichte. Wir haben Tag für Tag Fortschritte gemacht. Kein einziger Soldat hat das Schlachtfeld verlassen. Kein Einziger ist desertiert. Das zeigt die hohe moralische Qualität unseres Volkes und beweist, dass unser gesamtes Volk und unsere Streitkräfte bereit waren, für das Vaterland in den Tod zu gehen. In der armenischen Armee hingegen – nach eigenen Angaben – gab es 12.000 Deserteure. Als der Vaterländische Krieg endete, waren Kelbadschar, Latschin und große Teile von Aghdam noch immer besetzt. Doch durch den Kapitulationsakt haben wir Armenien gezwungen, diese Gebiete an uns zurückzugeben, und es war dazu gezwungen. Kelbadschar wurde ohne einen einzigen Schuss befreit. Ihr, die Menschen aus Kelbadschar, kennt das Gelände und das Klima dieser Region sehr gut. Ich kenne es ebenfalls gut, denn ich war bereits mehrfach hier – auch in früheren Jahren, als ich über den Murov- oder Ömar-Pass kam. Kelbadschar im Winter militärisch zu befreien, im Spätjahr 2020, hätte große Verluste bedeutet. Natürlich hätten wir es befreit, denn wir hatten die armenische Armee zu diesem Zeitpunkt fast vollständig zerschlagen. Aber ihre Befestigungsanlagen waren stark. Damals stand Aghdara nicht unter unserer Kontrolle. Die einzige mögliche Richtung war über den Pass, und wie gesagt: Wir hätten schwere Verluste erlitten. Die Geschichte hat erneut gezeigt, dass die Beendigung des Krieges am 10. November 2020 der richtige Schritt war. Aber dennoch war ein Teil unserer Gebiete damals noch nicht unter unserer Kontrolle. Von diesem Zeitpunkt bis zum 19. September 2023 bestand unser oberstes Ziel darin, die volle Souveränität unseres Landes wiederherzustellen. Ihr erinnert euch gut an dieses historische Datum – die Beseitigung des sogenannten „Latschin-Korridors“ und seine Umwandlung in die Straße Latschin–Khankendi, die Einrichtung eines Kontrollpunktes an der armenisch-aserbaidschanischen Grenze im Abschnitt Latschin, sowie die Einnahme strategisch wichtiger Punkte zwischen November 2020 und September 2023 – die Operationen „Farrukh“, „Girkhgiz“, „Saribaba“ – all das ist Teil unserer ruhmreichen Geschichte und Ausdruck unserer zielgerichteten Politik. Natürlich haben wir vieles zu dieser Zeit nicht öffentlich gesagt. Es war auch nicht nötig. Aber wir haben unbeirrt auf unser Ziel hingearbeitet: Dass kein einziger Separatist mehr auf unserem Boden verbleiben darf. Der Separatismus muss zerschlagen, an der Wurzel beseitigt werden – und genau das haben wir getan. Im Rahmen einer nur wenige Stunden dauernden Anti-Terror-Operation hat die separatistische Junta den Kapitulationsakt unterzeichnet. Sie hat ein Dokument unterzeichnet, das das angebliche Ende ihrer falschen, sogenannten Republik festhält.

Für uns sind der 19. und 20. September 2023 genauso ehrenvolle und historische Tage wie der 8. November. Seitdem lebt das aserbaidschanische Volk in Frieden – und ich bin überzeugt, dass wir auch in Zukunft in Frieden leben werden. Wie ihr wisst, ist der Normalisierungsprozess zwischen Armenien und Aserbaidschan so gut wie abgeschlossen, und die unterzeichneten Dokumente entsprechen vollständig unseren Interessen. Wir haben erreicht, was wir wollten. Die berüchtigte Minsker Gruppe erlebt nun ihre letzten Tage. Faktisch war sie ohnehin nicht tätig – und konnte es auch gar nicht sein. Aber rechtlich existierte sie noch – nun ist auch damit bald Schluss. Auch der Autor des Friedensvertrags mit Armenien sind wir selbst. Unsere Positionen waren stets Grundlage für die Formulierung der Klauseln. Mit der Paraphierung dieses Dokuments findet die Konfrontation zwischen Armenien und Aserbaidschan faktisch ihr Ende. Gleichzeitig wurde auch die Landverbindung mit unserer historischen Region Nachitschewan gesichert. Seit November 2020 haben wir diese Frage ständig auf die Tagesordnung gebracht und auf verschiedenen Wegen versucht, dieses Ziel zu erreichen – und nun haben wir es ebenfalls erreicht. Armenien hat diese Verpflichtung übernommen, und ich hoffe, dass wir in den nächsten Jahren mit Zügen und Autos von der Hauptregion Aserbaidschans nach Nachitschewan fahren können. Das wird nicht nur zwei Teile Aserbaidschans miteinander verbinden, sondern sich auch in einen internationalen Verkehrskorridor verwandeln. Heute verlaufen mehrere Verkehrskorridore durch das Territorium Aserbaidschans, und das steigert natürlich die strategische Bedeutung unseres Landes. Ein weiterer Korridor wird genau in diese Richtung führen. Der Bau der Eisenbahnlinie bis Zangilan schreitet bereits erfolgreich voran und wird voraussichtlich im kommenden Jahr abgeschlossen. Wir werden nun auch das gesamte Eisenbahnnetz in der Autonomen Republik Nachitschewan komplett modernisieren. Auch auf dem Gebiet Armeniens ist der Bau einer Eisenbahnlinie vorgesehen. Armenien hat sich ebenfalls dazu verpflichtet. Das ist ein weiterer historischer Erfolg für uns. Das aserbaidschanische Volk hat seine Größe auf höchster internationaler Ebene erneut unter Beweis gestellt. Die neuen Realitäten, die wir sowohl durch den Vaterländischen Krieg als auch durch die Anti-Terror-Operation geschaffen haben, wurden von der Welt anerkannt – und das war äußerst wichtig. Denn nach dem Vaterländischen Krieg und insbesondere nach der Operation im September 2023 starteten Armeniens Unterstützer, verschiedene Länder und Kreise, eine Kampagne gegen uns. Sie wollten Aserbaidschan bestrafen, Sanktionen verhängen und andere Maßnahmen ergreifen. Aber – keine dieser Maßnahmen wurde Realität. Wir haben starke internationale Partner, und unsere Position wurde in internationalen Organisationen stets als gerecht angesehen. Denn wir haben den Krieg auf unserem eigenen Boden geführt. Wir haben – im Gegensatz zu manch anderen Ländern – kein fremdes Territorium besetzt, keine ethnischen Säuberungen durchgeführt, keine Städte und Dörfer anderer Länder zerstört. Wir haben auf unserem eigenen Land gekämpft, den Feind zu Boden geworfen und unsere territoriale Integrität wiederhergestellt – und das auf Grundlage der Resolutionen des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen. Dennoch waren jene Länder, die Armenien unterstützten, ständig gegen uns in Bewegung. Aber die in Washington D.C., dem wichtigsten politischen Zentrum der Welt, unterzeichneten Dokumente haben auch diesen Versuchen ein Ende gesetzt. Die Weltgemeinschaft und die internationale Bühne haben unseren Sieg und die neuen Realitäten vollständig anerkannt – und das ist an sich bereits ein historisches Ereignis. Denn es ist kein Geheimnis, dass uns große Staaten sowohl während der Besatzungszeit als auch im Krieg immer wieder erhebliche Schwierigkeiten bereitet haben – und hätten bereiten können. Aber unsere Stärke, der enge Zusammenhalt zwischen Volk und Regierung, unser militärischer Sieg, die nationale Stimmung und der Geist des Patriotismus – all diese Faktoren haben der ganzen Welt gezeigt, dass jeder, der uns nicht ernst nimmt, am Ende bereut. Das hat uns nicht nur der armenisch-aserbaidschanische Krieg gezeigt, nicht nur der Vaterländische Krieg, auch die Nachkriegsrealität belegt es – und wir sehen es auch heute.

Aserbaidschan ist ein würdiges, starkes Land. Wir raten niemandem, Pläne gegen uns zu schmieden. In den letzten 80 Jahren gab es weltweit kein Land, das eine so vollständige und unzweideutige Sieggeschichte wie Aserbaidschan vorweisen kann. Ihr seht doch, was weltweit gerade alles vor sich geht – überall Konflikte, Kriege, Kriegsverbrechen. Aber kein Land erreicht einen vollständigen Sieg. Die Kriegshandlungen dauern an, weitreichend, und bleiben ungewiss. Wir sind das einzige Volk, das einen vollständigen und entschiedenen Sieg errungen hat. Wir haben den Feind zur Unterzeichnung einer Kapitulationsurkunde gezwungen – und zugleich sind wir direkte Verfechter des Friedens. Wir haben unsere Vergeltung auf dem Schlachtfeld erkämpft. Wir haben erneut die Größe unseres Volkes gezeigt. Wir haben den Feinden nicht das angetan, was sie uns angetan haben – auch wenn deren Verbrechen niemals aus unserem Gedächtnis gelöscht werden dürfen. Die Kriegsverbrechen gegen die Bevölkerung von Kelbadschar, der Völkermord von Chodschali, die Feindseligkeit und Brutalität gegenüber Bürgerinnen und Bürgern anderer Regionen – all das darf niemals vergessen oder verziehen werden. Diese Worte spreche ich als Oberbefehlshaber des siegreichen Landes und als Teilnehmer des Friedensprozesses mit dem besiegten Armenien: Wir wollen keinen weiteren Krieg. Wir wünschen uns Frieden. Aber unsere blutige Geschichte darf niemals gelöscht werden, wir dürfen nicht auf süße Worte hereinfallen – wir müssen wachsam bleiben. Unser Verteidigungsapparat steht jederzeit bereit, Tag für Tag, zum Schutz der Interessen und der Sicherheit unseres Staates. Wir beobachten mögliche Gefahrenquellen und reagieren präventiv. Wir stärken unsere Streitkräfte. Nach dem Zweiten Karabach-Krieg wurde sowohl die Entwicklung unserer Kaspischen Flotte als auch aller anderen Teilstreitkräfte massiv vorangetrieben – es wurden tausende neue Spezialeinheiten geschaffen (die genaue Zahl nenne ich nicht), neue Kommandoeinheiten. Modernste Drohnen, hochmoderne Artilleriesysteme wurden ins Land gebracht. Die Verträge für neue Kampfjets sind abgeschlossen, und bestehende Maschinen wurden vollständig modernisiert. Wir müssen jederzeit kriegsbereit sein, denn die weltpolitischen Entwicklungen sind unberechenbar. Der Garant unserer Sicherheit sind wir selbst – Staatsführung, Volk und Streitkräfte. Wer auch immer in seinem kranken Verstand auf die Idee kommt, irgendeine Provokation gegen Aserbaidschan zu starten, wird bitter bereuen. Doch wir werden als siegreiches Volk und siegreicher Staat leben. Unsere Aufgabe ist der Wiederaufbau. Sie haben unsere Städte und Dörfer zerstört. In der Stadt Kelbadschar ist kein einziges unversehrtes Gebäude geblieben. In keinem Dorf Kelbadschars gibt es mehr ein intaktes Haus. Das war Brutalität, menschheitsfeindlich – und das nicht durch eine Einzelperson, sondern auf breiter Front. Sie sollten sich lieber mit diesen Fragen beschäftigen: In welcher Gesellschaft lebt Armenien? Eine Gesellschaft, die in der Besatzungszeit Plünderung zur Haupteinnahmequelle machte. Diese Gesellschaft ist krank – und das sage ich offen. Ich will niemanden beleidigen. Was haben wir ihnen getan, was für eine schlechte Tat haben wir begangen, dass wir mit so viel Grausamkeit konfrontiert sind?! Alle Städte und Dörfer wurden zerstört, Moscheen demoliert und geschändet, Menschen ermordet, verbrannt. Nach dem Zweiten Karabach-Krieg haben sie sogar um Zeit gebettelt, um Vorbereitungen zu treffen. Wir haben ihnen sogar Zeit gegeben! Und was taten sie? Sie brannten nieder und fällten Bäume. Kann ein Mensch so etwas tun? Das haben nicht nur die Anführer der Separatisten getan, sondern in großem Maßstab. Wir müssen wissen, wem wir gegenüberstehen, wer unsere Nachbarn sind. Unsere Vergangenheit dürfen wir niemals vergessen und müssen wachsam bleiben. Ich bin sicher, all diese Faktoren werden dafür sorgen, dass der Vorteil immer auf unserer Seite bleibt. Heute sage ich es wieder: Wir erklären uns als siegreiches Volk. Wir werden diese Grausamkeit und das Böse nicht vergessen. Aber wir haben nicht vor, künftig mit irgendjemandem Krieg zu führen. Sollte eine Gefahr gegen uns entstehen, wird jeder erneut unsere eiserne Faust sehen. Unser heutiges Treffen hier, umgeben von diesen schönen Gebäuden, hat auch eine große symbolische Bedeutung. Sie haben diesen Ort zerstört, wir haben ihn wieder aufgebaut. Ich gratuliere euch nochmals zu diesem Anlass. Lebt in Ruhe, ich wünsche euch Gesundheit und Glück. Vielen Dank.

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Präsident Ilham Aliyev: Wer möchte etwas sagen?

Bewohner: Herr Präsident, Herr Oberster Befehlshaber, sehr geehrte Frau Mehriban, wir begrüßen Sie im Namen der Bevölkerung von Kelbadschar. Herzlich willkommen in unserer Heimat! Wir haben Ihre Reden aufmerksam verfolgt, wir schätzen und applaudieren Ihnen. Sie sind der Held all dieser Ereignisse. Nochmals vielen Dank an Sie.

Wir wissen, dass die Bevölkerung von Kelbadschar, die Menschen in Kelbadschar, aus dem Land der Aschugs (Geschichtenerzähler und Volksliedsänger) und Dichter stammen. Deshalb schrieb unser großer Dichter Sücaət vor 32 Jahren:

Süjaät, was sollen wir tun, so ist das Schicksal,

Verliere nicht den Mut, alles wird sich zur rechten Zeit regeln.

Eines Tages wird lachend zurückkehren,

Wer weinend fortging, Kelbadschar.

Sie sind der Grund für all diese Ereignisse. Ich danke Ihnen. Bleiben Sie gesund und leben Sie lange!

Präsident Ilham Aliyev: Vielen Dank, alles Gute!

Derselbe Bewohner: Wir müssen immer an Ihrer Seite stehen. Wir müssen vereint sein. Wir müssen uns wie eine Faust zusammenschließen. Wir müssen die „Große Rückkehr“ vollenden. Meine Tochter Hokuma würde sagen: Alles wird gut. Nochmals vielen Dank an Sie.

Bewohnerin: Sehr geehrter Oberbefehlshaber, unser Herr Präsident, unsere liebe Mehriban Khanym, liebe Gäste und Landsleute.

Heute begrüße ich Sie mit großem Stolz nach vielen Jahren in meiner geliebten Heimat, dem paradiesischen Kebadschar.

Die Politik, die unser genialer Nationalleader begann, haben Sie trotz schlafloser Nächte und anstrengender Tage mit großem Geschick und Entschlossenheit fortgeführt. Sie haben eine Siegesgeschichte geschrieben, die in der Menschheitsgeschichte beispiellos ist.

Sie haben unsere besetzten Gebiete befreit, Herr Präsident. Sie haben viele wichtige Abkommen unterzeichnet. Wir sind stolz auf Sie. Wir stehen immer an Ihrer Seite.

Gott segne unseren Nationalleader, dass er einen so würdigen Nachfolger wie Sie hinterlassen hat.

Jedes Mal, wenn wir Ihre Treffen mit Präsidenten im Fernsehen sehen, beobachten wir Ihre stolze Haltung, Ihre Redekunst mit großer Aufregung und Freude. Sie sind ein wahrer Polyglott.

Sie sprechen viele Sprachen sehr redegewandt – oft besser als die Muttersprachler selbst. Darauf sind wir stolz. Dieses Talent wird nicht jedem Präsidenten von Gott gegeben.

Herr Präsident, ich möchte einen kleinen Exkurs machen. Verzeihen Sie mir, aber wenn ich das nicht sage, wird mir die Seele meines Vaters nicht verzeihen.

Bereits im Jahr 1992, als Chaos und Willkür herrschten, war mein Vater – ein einfacher Fahrer, der in Kelbadschar als guter Mensch bekannt war – sehr besorgt über die Situation.

Er sandte damals – als unser Nationalleader Vorsitzender des Obersten Rates war – eine Telegramm-Nachricht in seinem eigenen Namen an ihn, in der er schrieb: „Aserbaidschan geht unter, Sie werden hier gebraucht.“

Als unser Nationalleader 1998 zum Präsidenten gewählt wurde, wurde die Rede meines Vaters ausgestrahlt. Danach küsste unser Präsident die Flagge und bestieg das Rednerpult.

Das war mein Vater. Leider verstarb er am Tag der Befreiung von Schuscha.

Präsident Ilham Aliyev: Möge Gott ihm gnädig sein!

Derselbe Bewohnerin: Möge Gott allen Verstorbenen gnädig sein. Die Seelen unserer Väter sind heute in Frieden. Unser Nationalleader hat mit Ihnen einen würdigen Sohn hinterlassen. Heute ist auch die Seele meines Vaters in Frieden – wir haben unseren Traum verwirklicht.

In unserem geliebten Kelbadschar sowie in ganz Karabach finden große Aufbauarbeiten statt. Das ist Ihr Werk. Wir sind Ihnen dankbar.

Wir beten für unsere Märtyrer, wünschen unseren Veteranen Gesundheit.

Sehr geehrter Herr Präsident, wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei dieser schweren Arbeit, Gesundheit für Sie und Ihre Familie. Wir stehen immer hinter Ihnen.

Wie Sie sagen: „Es lebe Aserbaidschan! Karabach gehört zu Aserbaidschan!“

Vielen Dank für die freundlichen Worte. Kelbadschar gehört zu den schönsten Regionen unseres Landes. Jedes Mal, wenn ich gemeinsam mit Mehriban Khanym hier ankomme, blicken wir aus dem Auto und denken: „Was für ein wunderschönes Land, was für eine atemberaubende Landschaft!“ – so etwas findet man nirgendwo anders auf der Welt. Doch ihr wisst auch, dass Kelbadschar früher immer als abgelegen galt, weil es keine richtigen Straßen gab. Vor hundert Jahren gab es überhaupt keinen Weg. Man konnte nur zu Pferd reisen. Später in der Sowjetzeit gab es einige gefährliche, schmale Wege. Nach der Befreiung sind Mehriban Khanym und ich erstmals über den Ömar-Pass nach Kelbadschar gefahren. Damals gab es diese Straße so gut wie gar nicht, es war eher ein schmaler Pfad und außerdem sehr gefährlich. Aber die majestätische Landschaft lenkte komplett von der Gefahr ab. Wenn wir aus Göjgöl kamen und vom Ömar-Pass hinabblickten, waren wir hingerissen von der Natur. Unmittelbar danach habe ich angeordnet, eine moderne Straße von Ganja nach Kelbadschar zu bauen, weil wir damals die Straße Aghdara–Kelbadschar nicht nutzen konnten. Die Bauarbeiten begannen sofort, und heute fahren Mehriban Khanym und ich erstmals nicht über den Ömar-Pass, sondern durch einen Tunnel – dem bisher längsten seiner Art in Europa mit einer Länge von etwa 12 Kilometern. Entlang dieser Strecke gibt es bereits fünf Tunnel, und wir haben gerade den längsten eröffnet. Es wird allerdings noch etwa sieben bis acht Monate dauern, bis dieser Tunnel innen vollständig fertiggestellt ist. Dann wird die Verbindung von Kelbadschar nach Ganja und Göjgöl äußerst komfortabel sein. Damit vernetzen wir Kelbadschar effektiv mit der Westregion unseres Landes. Ein zweiter Weg – aktuell im Bau – ist die Straße Aghdara–Kelbadschar, die von Naftalan kommt. Diese Straße existierte schon und wurde in der Besatzungszeit genutzt. Auch sie war holprig und unbequem, und wir arbeiten jetzt an ihrer Erweiterung und Verbesserung. Der dritte Zugang erfolgt über die Straße Kelbadschar–Latschin. Früher bin ich von Göjgöl über Kelbadschar bis nach Latschin gefahren – das war gefährlichste Strecke, die ich je erlebt habe, und ihr erinnert euch sicher daran. Jetzt gestalten wir diese Strecke komplett neu mit vierstreifigen Tunneln und Brücken. Außerdem ist im Dorf Gortschu in Latschin der internationale Flughafen eröffnet worden. Die Auswahl dieses Standorts war herausfordernd, da es weder in Kelbadschar noch in Latschin flaches Land gab, um eine Piste zu bauen. Ich wollte, dass der Flughafen sowohl für Kelbadschar als auch für die Stadt Latschin erreichbar ist. Sie meinten, das sei unmöglich – man müsse Berge abtragen. Ich sagte: Wenn nötig, dann tun wir das. Ich bin überzeugt, dass dieser Flughafen ein wunderbares touristisches Zentrum sein wird. Somit wird Kelbadschar über drei Hauptrouten – aus Ganja, aus Latschin sowie aus Richtung Zangilan – sowie über die Route Naftalan–Aghdara–Sarsang–Kelbadschar bequem erreichbar sein. Das schafft große Chancen für die Belebung der Region: Unternehmer, Hotels, Tourismuskomplexe – unsere Pläne sind groß. Ich habe bereits angekündigt, dass wir auch Seilbahnen bauen werden. Die erste kommt in Latschin: Ihr kennt die Stadt, wie weit sie vom Fluss Hakari und den Oberbezirken entfernt liegt – ideal für eine Seilbahn. Diese wird voraussichtlich nächstes Jahr fertig sein. Die zweite Seilbahn wird zwischen Khankendi und Schuscha verlaufen – die Grundlage dafür ist bereits gelegt. Die dritte Seilbahn wird in Kelbadschar entstehen. Die Stelle ist ausgesprochen malerisch – fast wie im Paradies. Und wir schaffen genau diese paradiesische Infrastruktur für euch. Ich gratuliere euch erneut zu diesem Fortschritt. Lebt glücklich und gesund. Vielen Dank.

Anschließend fand die Zeremonie zur Übergabe der Schlüssel statt.

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